17.05.2016, 14:49 Uhr

Die Couch, das Symbol der Psychoanalyse

(Foto: Pixabay)

Wer sich auf die Couch legt und nach dem Verdrängten sucht, der hat nach Freuds Auffassung die Aussicht auf Heilung

Mittlerweile stehen eine Vielzahl an psychologisch- psychotherapeutischen Behandlungen zur Verfügung. Die klassische Psychoanalyse ist die aufwändigste, aber auch gewinnbringendste Form von Therapie.

Was ist die Psychoanalyse?

Die Psychoanalyse ist auf Sigmund Freud zurückzuführen, der mit seiner vor mehr als 120 Jahren begründeten Theorie besagt, dass der Mensch sich selbst nicht gut kenne und nur selten “Herr im eigenen Haus“ sei, da viele unserer Gefühle und Verhaltensweisen einem Einfluss von unbewussten, triebhaften Anteilen unterliegen, die unserem Fühlen und Denken nicht direkt zugänglich sind.

Aussicht auf Heilung auf der Couch

Die Motivation, eine Psychoanalyse zu beginnen, steht zumeist in einem direkten Zusammenhang mit dem Grad des Leidensdrucks. Denn viele Menschen sind erst dann bereit, sich ihrer eigenen Psyche und ihrer Lebensführung zu stellen.
Klischeehaft aus der Praxis gesprochen: “Man hat einen Leidensdruck oder Veränderungswunsch, geht vier- oder fünfmal pro Woche zum Analytiker, legt sich auf die Couch während der Analytiker dahinter Platz nimmt, man erzählt über Träume, Gedanken oder Phantasien, die ohnehin peinlich, lächerlich, unmoralisch, sexuell oder nebensächlich sind, zahlt jede Menge Geld.“ Wer sich auf die Couch legt und nach dem Verdrängten sucht, der hat nach Freuds Auffassung die Aussicht auf Heilung.
Ob eine Psychoanalyse sinnvoll ist hängt davon ab, ob überhaupt Interesse an der eigenen Innenwelt und der Wunsch nach einer tiefgreifenden Veränderung besteht.

Beziehung Patient/Therapeut

Realistischerweise ist die Psychoanalyse eine persönliche Beziehung zwischen zwei Menschen in einem professionellen Rahmen, in dem ein Austausch von Worten zwischen Patient und Therapeut stattfindet.
Einerseits der Patient, der all das ausspricht, was ihm durch den Kopf geht, ohne Zensur walten zu lassen, auf der anderen Seite der abstinente Analytiker. Dieser hilft, die Empfindungen des Patienten zu klären und ihnen eine Sprache, eine Bedeutung zu geben.

Nachhaltige Verbesserung des Lebens

Gleich eines Archäologen, der nach verschütteten Material sucht, gilt es die vorhandenen Symptome zu entschlüsseln und besser zu verstehen, was letztendlich einer Sinn- und Wahrheitsfindung dienen soll. Gelingt die Zusammenarbeit in diesem psychischen Prozess, können unbewusste Dynamiken dem Bewusstsein zugänglich gemacht werden. Dadurch kann ein flexiblerer Umgang und eine nachhaltige Verbesserung, mit den Anforderungen des Lebens zurecht zu kommen, erreicht werden.
Ob eine psychoanalytische Behandlung ratsam ist, sollte zunächst in einem Erstgespräch mit einer Psychoanalytikerin oder einem Psychoanalytiker geklärt werden.
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