11.05.2016, 14:13 Uhr

Grenzübergang Klingenbach: Zahl der Aufgriffe illegaler Zuwanderer steigt

In Klingebach werden seit dem 25. April wieder temporäre Grenzkontrollen durchgeführt. Innerhalb von zehn Tagen gerieten der Polizei dadurch 52 illegale Zuwanderer und zwei Schlepper ins Netz. (Foto: Kompan)
KLINGENBACH. Seit dem 25. April führt die Landespolizeidirektion (LPD) Burgenland wieder temporäre Grenzkontrollen entlang der ungarischen Grenze durch. Am Grenzübergang in Klingenbach stieg dadurch die Zahl der Aufgriffe illegaler Zuwanderer innerhalb von nur wenigen Tagen rasant an.

52 Personen in zehn Tagen

Gab es in den bisherigen Monaten des Jahres 2016 vergleichsweise wenig Aufgriffe illegaler Zuwanderer im Bezirk (im Jänner wurden vier, im Februar und März jeweils acht und im April insgesamt 18 Personen aufgegriffen), so gerieten im Mai innerhalb von lediglich zehn Tagen gleich 52 illegale Migranten ins Netz der Polizei.
Die hohe Anzahl der Aufgriffe erklärt sich die LPD mit dem sogenannten Kontrolldelikt. "Je mehr und intensiver die Polizei kontrolliert, desto mehr Delikte werden auch festgestellt", erklärt Wolfgang Bachkönig von der LPD.

Vier Schlepper geschnappt

Neben den insgesamt 90 illegalen Zuwanderern, die die Polizei im bisherigen Jahr im Bezirk ausfindig machte, konnte sie auch vier Schleppern – jeweils zwei im April und im Mai – das Handwerk legen. Eine Zahl, die aber auch auf eine hohe Dunkelziffer schließen lässt. "Die niedrige Zahl weist natürlich darauf hin, dass wir nicht alle Schlepper erwischen konnten", sagt Alexandra Hareter von der LPD.

30 Beamten im Einsatz

Knapp 30 Polizisten sind für den Grenzschutz im Bezirk im Einsatz, die Hälfte davon stammt als Unterstützung aus der Bundeshauptstadt Wien. Zusätzlich hilft das Bundesheer mit wiederum knapp 30 Soldaten dabei, die illegale Zuwanderung zu verhindern. Dies scheint jedoch ein Ding der Unmöglichkeit.

Über die grüne Grenze

Nach wie vor würden laut Hareter ein Großteil der illegalen Migranten über die grüne Grenze in den Bezirk gelangen. Alle ausfindig zu machen, sei nicht zu bewerkstelligen. "Man kann an der grünen Grenze nicht alle fünf Meter einen Soldaten oder Beamten hinstellen", erklärt Hareter. Auch am Beispiel Ungarn sehe man die Schwierigkeit dieses Unterfangens. "Ungarn hat sich mit einem Zaun eingekesselt und trotzdem gelangen dort immer wieder Menschen illegal ins Land."
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