17.03.2016, 13:58 Uhr

Kriminalitätsstatistik 2015: Burgenland nach wie vor das sicherste Bundesland Österreichs

Der stellvertretende Landespolizeidirektor Generalmajor Werner Fasching (m.) und Oberst Ernst Schuch (r.), Leiter des Landeskriminalamtes Burgenland, präsentierten die Kriminalitätsstatistik 2015 in Eisenstadt

Landespolizeidirektion präsentierte die Statistiken zur Gesamtkriminalität im Burgenland im Jahr 2015

EISENSTADT. Mit 9.997 angezeigten Delikten im Jahr 2015 – das sind 1,93 Prozent der Gesamtkriminalität in Österreich – ist das Burgenland nach wie vor das sicherste Bundesland Österreichs. Dies ging aus der Kriminalitätsstatistik 2015 der Landespolizeidirektion (LPD) Burgenland hervor, die am Donnerstagvormittag in Eisenstadt präsentiert wurde.

6,3 Prozent mehr als 2014

Im Vergleich zu 2014 (9.406 Delikte) wurden im vergangenen Jahr um 6,3 Prozent (591) mehr Delikte angezeigt. 1.106 davon waren Schlepperanzeigen, im Vergleich zu 2014 (208) also um 531,7 Prozent (898) mehr. Überhaupt wurde Burgenlands Polizei im Vorjahr mit einer unverhältnismäßig großen Migrationsbewegung konfrontiert.

1.106 Anzeigen gegen Schlepper

Gab es 2014 "lediglich" 208 Anzeigen gegen Schlepper, so stieg die Anzahl im Vorjahr auf 1.106 Anzeigen. 4.526 Aufgriffe unrechtmäßig aufhältiger Personen verzeichnete die Polizei im Jahr 2014, im letzten Jahr waren es ganze 294.462.
Der Großteil der aufgegriffenen Personen stammte dabei aus Syrien (54.195), Afghanistan (4.536) und Irak (2.634).
Derzeit befinden sich im Burgenland rund 2.300 Asylwerber in der Grundversorgung.

Mehr Kriminalität im Norden

Betrachtet man die Kriminalität in den einzelnen Bezirken, so wurden im Norden des Landes eindeutig mehr Delikte registriert als im Süden. Unangefochten auf Platz eins steht der Bezirk Neusiedl mit insgesamt 3.832 angezeigten Delikten im Jahr 2015. Dazu muss erwähnt werden, dass gut 95 Prozent aller burgenländischen Schlepperanzeigen auf den Bezirk Neusiedl fallen.
An zweiter Stelle steht der Bezirk Eisenstadt-Umgebung mit insgesamt 1.923 angeziegten Delikten, gefolgt von den Bezirken Oberwart (1.470), Mattersburg (1.047), Güssing (688), Oberpullendorf (652) und Jennersdorf (385).

Aufklärungsquote bei 46,3 Prozent

Die Aufklärungsquote im Burgenland lag im Vorjahr bei 46,3 Prozent. Niedriger war diese nur in Salzburg (45,9%), Niederösterreich (42%) und Wien (37,9%).
Bezirksbezogen war die Aufklärungsquote in Güssing (66,6%) und Oberwart (63,2%) am höchsten, gefolgt von Jennersdorf (57,7%), Oberpullendorf (48,9%), Mattersburg (45,3%), Eisenstadt-Umgebung (42,1%) und Neusiedl (37%).

Weniger Wohnungseinbrüche

2015 zeigte die Polizei insgesamt 202 Einbrüche in Wohnungen und Häuser an, das sind um 44,7 Prozent weniger als 2014 (365). Im Bereich der KFZ-Diebstähle ist hingegen ein Zuwachs von 21,9 Prozent zu vermerken. Waren es 2014 insgesamt 64 Diebstähle von PKW, LKW und Krafträdern, so stieg die Anzahl im Vorjahr auf 78.

"Big Five"

Unter dem Sammelbegriff "Big Five" werden seitens des Bundeskriminalamtes jene fünf Kriminalitätsfelder zusammengefasst, die den größten Einfluss auf das Sicherheitsempfinden der Gesellschaft ausüben. Ein Rückgang ist diesbezüglich bei den Betrugsdelikten (2014: 934, 2015: 845), den Einbruchsdelikten (2014: 1.482, 2015: 1.317) und der Gewaltkriminalität (2014: 616, 2015: 587) zu verzeichnen.
Dem gegenüber stehen allerdings mehr Suchtmitteldelikte (2014: 781, 2015: 858) sowie ein Zuwachs in der Cyberkriminalität (2014: 215, 2015: 246).
Bezirksbezogene Statistiken bezüglich der "Big Five" gibt es seitens der Polizei noch keine.

Kommentar von Chefredakteur Christian Uchann
1
Einem Mitglied gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.