13.04.2016, 14:16 Uhr

RFJ und FPÖ wollen Deutschpflicht in den Schulpausen – Direktoren und Elternvertreter dagegen

In den Schulpausen soll – geht es nach der FPÖ und dem RFJ – nur mehr Deutsch gesprochen werden.
EISENSTADT. Gleich vorweg: Die Forderung ist nicht neu. Bereits 2013 hatte der Ring Freiheitlicher Jugend (RFJ), die Jugendorganisation der FPÖ, eine Deutschpflicht in den Schulpausen gefordert – damals stufte der Landesschulrat die Forderung als "absurd" ein. Jetzt, wo die Forderung in Oberösterreich und der Steiermark laut RFJ-Landesobmann Werner Wassicek aber ernsthaft diskutiert wird, wolle man dies auch im Burgenland tun.

Rechtlich überprüfen

Es war Sonntag, der 3. April, als die Forderung der RFJ "Deutsch als Pausensprache an allen burgenländischen Schulen" am FPÖ-Landesparteitag in Eisenstadt kollektive Zustimmung erhielt. Laut dem FPÖ-Bezirksparteiobmann Géza Molnár werde diese nun rechtlich geprüft und draufhin mit dem Koalitionspartner, der SPÖ, auf ihre Durchführbarkeit diskutiert.
Die Idee der Forderung: Mit einer Deutschpflicht in den Pausen der burgenländischen Schulen soll die Integration fremdsprachlicher Schüler unterstützt und die Bildung von "Parallelgesellschaften an den Schulhöfen" verhindert werden. Denn Deutsch könne nur lernen, wer es regelmäßig spricht, so RFJ-Obmann Wassicek. Ausgenommen von der seien laut Géza Molnár jedoch burgenländische Volksgruppensprachen.

"Kein Freund dieser Idee"

Johanna Dorner-Resch, Direktorin der BHAK/BHAS Eisenstadt, hält von der Deutschpflicht in den Schulpausen "grundsätzlich nichts". "Ich bin kein Freund dieser Idee. Nur wer seine Muttersprache beherrscht, kann leicht und schnell Deutsch lernen", weiß die ausgebildete Sprachlehrerin. Außerdem werde im Unterricht ohnehin Deutsch gesprochen. "Und ich glaube nicht, dass man den Schülern verbieten kann, sich in ihrer Muttersprache zu unterhalten."

"Sollen Fremdsprachen lernen"

Auch Karin Rojacz-Pichler, Direktorin des Gymnasiums Kurzwiese in Eisenstadt, sieht die Forderung der RFJ und FPÖ äußerst skeptisch. "Ich bin gegen eine Verordnungskultur und halte nichts von dieser Idee", so Rojacz-Pichler. Laut der Direktorin sollen die Schüler selbst entscheiden, in welcher Sprache sie sich unterhalten wollen. Sie selbst unterhalte sich oft in kroatischer Sprache mit einer Kollegin. "Es ist wichtig, dass die Schüler Fremdsprachen lernen, aber ich will und muss ihnen nicht vorschreiben, in welcher Sprache sie in ihrer Pause zu reden haben."

Minus und Klassenbucheintrag

Apropos Vorschrift. Um die Forderung – vorausgesetzt sie ist rechtlich abgedeckt – durchzusetzen, wolle Wassicek diese in die Hausordnungen der Schulen integrieren lassen. Ähnlich wie bei anderen Schulvorschriften wolle Wassicek mögliche Vergehen dann mit einem Minus, einem Klassenbucheintrag, bis hin zur Vorladung der Eltern, sanktionieren.

"Pause ist Pause vom Alltag"

Heidelinde Veith, Vorsitzende des Elternvereins der Berufsschule Eisenstadt, spricht sich klar gegen die Deutschpflicht in den Schulpausen aus. "Die Schulpause ist für Schüler eine Pause vom Alltag und zum Entspannen gedacht. Für mich ist es selbstverständlich, dass sie sich darin so verständigen, wie sie das wollen."
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