25.04.2016, 09:10 Uhr

Profi-Tipps für den Kauf eines Gebrauchtwagens

Bremscheiben: alt und neu im Vergleich – oft lohnt sich schon ein Blick hinter die Felgen der Räder.

Beim Kauf eines gebrauchten PKW lohnt es sich – etwas genauer hinzusehen. Gerhard Skrbetz vom Autohaus Koinegg hat die richtigen Tipps, um nicht in die Kostenfalle zu tappen.

Der Privatkauf eines Gebrauchtwagen bringt immer ein etwas mulmiges Gefühl mit sich. Nicht immer erwirbt man, trotz sorgfältiger Vorauswahl, den garagengepflegten „Pensionistenwagen“ zum Schnäppchenpreis – die Wahl kann auch unglücklicher ausfallen und man steht mit seinem neuen Gefährt öfters in der Werkstatt als im Verkehr. Auch der günstigste Gebrauchte kann unter Umständen teuer werden, wenn vor dem Kauf einige Dinge nicht beachtet werden. Mehr Sicherheit bringt jedenfalls der Kauf eines Gebrauchtwagen vom Händler – dieser bietet neben umfangreichen Angebot und fachlicher Kompetenz vor allem Haftung für Mängel und Garantien.
Wer sein Fahrzeug hingegen von einem privaten Anbieter kauft und nach wenigen Tagen Mängel bemerkt, hat mehr oder weniger Pech gehabt.

Tipps vom Gebrauchtwagen-Profi

Um diese Risiken so weit wie möglich auszumerzen, haben sich die BEZIRKSBLÄTTER mit Gerhard Skrbetz, Standortleiter des Autohaus Koinegg in Eisenstadt, unterhalten. Der Gebrauchtwagenprofi hat einige Tipps, um beim Kauf eines Gebrauchtwagen nicht in die Kostenfalle zu tappen.

Der Kauf vom Privaten

„Der Autokauf privat zu privat kann für den Käufer natürlich einige Stolperfallen bereit halten. Sie werden aller Voraussicht nach bei der Besichtigung keine Hebebühne oder einen KFZ Techniker zur Verfügung haben, der Kunde sollte sich aber gerade bei diesen Geschäften an fachkundiges Personal wenden!, erklärt Skrbetz und weißt darauf hin, dass hier die Automobilklubs und der Fachhandel mit Rat und Tat zur Verfügung stehen.

1. Anhaltspunkt: die Optik und das Pickerl

„Sollte es aber nicht möglich sein einen Fachmann zu kontaktieren gebe ich Ihnen gerne einige Tipps worauf sie beim Kauf achten sollten“, so der Profi vom Autohaus Koinegg.
„Generell sagt meist schon der optische Zustand eines Fahrzeuges viel über sein bisheriges Leben und seine Geschichte aus. Vor allem aber das Garantieheft oder Reparatur- und Servicerechnungen geben genauere Auskunft über den Zustand. Kontrollieren Sie mittels der Fahrgestellnummer den aktuellen „Pickerlbericht“ bzw. die Borddokumente und das Garantie- und Wartungsheft“, erklärt Srbetz. „Denn nicht durchgeführte oder unvollständige Wartungen bzw. anstehende Reparaturen ersehen Sie bereits daraus sehr gut!“

Rost und Vorschäden

Generell sollten Sie die Karosserie auf Roststellen untersuchen. Der Türfalz an der Unterseite der Türe ist hier ein guter Kontrollpunkt. Generell kann man aber sagen, dass verzinkte Karosserien und durchgeführte Lackkontrollen im Rahmen der jeweiligen Herstellergarantien dafür gesorgt haben, dass Rost an den Blechteilen immer seltener vorkommt.
„Achten Sie auch auf die Spaltmaße der Türen, der Motorhaube, des Kofferraumdeckels und der Stoßstangen am Übergang zu den Kotflügeln. Nicht jedes ungenaue Spaltmaß ist gleich ein Vorschaden, aber fragen Sie den Verkäufer dezidiert nach ihm bekannten Unfallschäden“, rät Skrbetz.


Die Bremsscheibe

Oft lohnt sich schon ein Blick hinter die Felgen der Räder. Rostige, abgenutzte Bremsscheiben mit Rillen bzw. einem starken Grat auf der Oberseite und die Dicke der Bremsklötze und Bremsscheiben können sie so sehr gut erkennen. „Fahren Sie zum Test mit dem Finger über die Kante der Bremsscheibe und über die Reibfläche“, hat der Koinegg-Filialleiter auch hier einen nützlichen Tipp parat. „Gewissheit über den Zustand und die Funktion, auch der Handbremse, bringt ihnen ein Besuch eines Bremsenprüfstandes!“

„Nach 15.000 km ist der Schaltknauf nicht abgegriffen!“

Abgegriffene Bedienelemente wie z.B. Lenkrad, Schaltknauf, Fensterheber oder Blinkerhebel geben Auskunft über den Benutzungsgrad des Fahrzeuges. Ein durchgesessene Sitz auf der Fahrerseite kann ein Indiz für einen beleibten Vorbesitzer sein, muss aber nicht. Es kann auch auf intensive Nutzung zurückzuführen sein.


Ein Blick in den Kofferraum

Auch ein Blick in den Kofferraum lohnt sich bei jedem Kauf eines Gebrauchtwagens. „Schauen Sie sich das Reserverad an, sollte eines vorhanden sein. Sie erkennen sofort ob es schon gefahren wurde oder ob noch neuwertig ist“, rät Skrbetz.
Sollte kein Reserverad vorhanden sein, verfügen viele Fahrzeuge über eie Druckpumpe und ein Füllmittel für den Fall einer Reifenpanne. „Auch hier lohnt sich die Kontrolle, ob es vorhanden ist und wie alt die Flüssigkeit ist“, weiß der Gebrauchtwagen-Profi.

Klimaanlage auch im Winter kontrollieren

„Im Sommer denken Sie vielleicht daran, aber auch im Winter sollten Sie nicht vergessen, die Funktion der Klimaanlage vor dem Kauf zu kontrollieren“, so der Autohaus Koinegg Filialleiter. Kühlt die Anlage nicht, kann dies auf eine Austritt des Klimagases oder auf einen schadhaften Kompressor hindeuten. „Der Kostenunterschied zwischen den beiden Reparaturen ist sehr groß!“


Steinschläge

Sehen sie sich auch die Frontscheiben, die Scheinwerfergläser und die Gläser der Nebelscheinwerfer genau an. ”Geprungene Scheiben und Gläser müssen getauscht werden, Steinschläge bis zu einer Größe von einer Euro-Münze können repariert werden“, erklärt Skrbetz.


Ankaufstest lohnt sich

Je genauer Sie sich ein Fahrzeug ansehen umso geringer können im Nachhinein festgestellte Überraschungen sein. Die Investition in einen Ankaufstest beim Fachhandel oder bei den Automobilclubs kann sich im Privatkauf allemal lohnen.
Hier kommen Sie zu den besten Gebrauchtwagen
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