08.04.2016, 11:55 Uhr

Flüchtlinge: Eisenstadt hat Soll erfüllt

Eisenstadt: Landeshauptstadt |

Am 8. April präsentieren Integrationsminister Sebastian Kurz und Bürgermeister Thomas Steiner den Ausbau der Integrationsangebote für Flüchtlinge in Eisenstadt. Der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) wird in Kooperation mit der Stadtgemeinde Eisenstadt ab sofort mobile Beratungsstunden mit dem Schwerpunkt auf der Beratung zur Sprachförderung sowie Werte- und Orientierungskurse für Flüchtlinge vor Ort anbieten. Derzeit werden in der burgenländischen Landeshauptstadt rund 300 Flüchtlinge untergebracht und betreut, rund die Hälfte davon in kleineren privaten Quartieren.


Integrationsminister Sebastian Kurz: „Wir stehen vor großen Herausforderungen, was die langfristig erfolgreiche Integration von Flüchtlingen in unsere Gesellschaft betrifft. Beim Asylgipfel der Bundesregierung haben wir gemeinsam den Fahrplan für ihren Integrationsweg definiert, der den Besuch in einem Deutsch- sowie einem Wertekurs und den Einstieg in den Arbeitsmarkt vorsieht. Ich freue mich, dass wir in Kooperation mit dem Österreichischen Integrationsfonds und der Stadtgemeinde Eisenstadt auch in Eisenstadt wichtige regionale Angebote stellen können, um die Integration von Flüchtlingen in Sprache, Beruf und Gesellschaft zu fördern.“

„Deutsch zu können ist die erste und wichtigste Integrationsmaßnahme überhaupt“, ist Bürgermeister Thomas Steiner überzeugt. Daher organisiert die Stadt für alle in Eisenstadt lebenden Flüchtlinge professionelle Deutschkurse, und zwar auch für jene, die noch keinen Asylstatus haben. „Hier fordern wir auch finanzielle Unterstützung durch das Land: jenen Gemeinden, die Flüchtlinge aufnehmen und betreuen, müssen entsprechende Abgeltungen durch das Land zufließen“, erklärt Bürgermeister Steiner und präzisiert: „Immerhin ist es vertragliche Zuständigkeit und Verantwortung des Landes, die Unterkünfte beizustellen.“

Mit der Unterbringung von 300 Flüchtlingen hat Eisenstadt in vorbildhafter Weise Verantwortung übernommen. „Mit dieser Anzahl an Flüchtlingen ist aber auch die Eisenstädter Obergrenze erreicht. Nun geht es darum, die hier lebenden Flüchtlinge zu integrieren. Dies einerseits durch die Vermittlung der österreichischen Leitkultur, andererseits durch Deutschkurse“, unterstreicht Bürgermeister Steiner.

Beratung und Deutschkursförderung für Flüchtlinge

Alle zwei Wochen werden künftig Mitarbeiter des ÖIF für Integrationsberatungen von Asylberechtigten und subsidiär Schutzberechtigen zur Verfügung stehen. Im Rahmen der Beratung werden die ersten Schritte des Lebens in Österreich thematisiert. Dabei steht die Information zu ÖIF-Förderangeboten für sprachliche Qualifizierungsmaßnahmen im Vordergrund. Der ÖIF wickelt derzeit ein Sonderkontingent des Bundesministeriums für Europa, Integration und Äußeres (BMEIA) in der Höhe von 6 Millionen Euro ab. Diese Fördermittel stehen gezielt für Deutschkurse vom Erlernen der lateinischen Schrift (Alphabetisierung) über Basis- (A1, A2) bis Fortgeschrittenenkurse (B1, B2) für Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte zur Verfügung. Förderanträge können jederzeit im Rahmen der ÖIF-Beratung gestellt werden.

Werte- und Orientierungskurse in Eisenstadt

Neben dem Beratungs- und Förderangebot bietet der ÖIF seit Jänner 2016 auch Werte- und Orientierungskurse im Burgenland an, die künftig auch verstärkt in Eisenstadt abgehalten werden. Die Kurse vermitteln Flüchtlingen die Grundwerte des Zusammenlebens sowie Verhaltensregeln und gesellschaftliche Normen in unserem Land. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Land Burgenland, der Stadt Eisenstadt sowie wichtigen Kooperationspartnern wie dem AMS Burgenland können alle betroffenen Personen über das Angebot informiert und direkt zu den Wertekursen angemeldet werden.

Deutschkurse in Eisenstadt starten im April

Mitte März wurden sogenannte Sprachstanderhebungen durchgeführt, um die Asylwerber in verschiedene Leistungsgruppen einteilen zu können. Somit ist garantiert, dass die Flüchtlinge in der Sprachförderung dort abgeholt werden, wo sie stehen. 192 Asylwerber konnten so auf über 20 Deutschkurse aufgeteilt werden. Die Kurse werden von Anfang April bis Ende August laufen, die Stadtgemeinde konnte hier das Burgenländische Volksbildungswerk als Partner gewinnen.

Die Zusammenarbeit mit allen in Eisenstadt tätigen Hilfs- und Baulichtorganisationen sowie den zahlreichen Privatinitiativen verläuft seit dem vergangenen Sommer auf einer sehr guten Basis. Regelmäßige Round-Table-Gespräche sorgten für einen ausgeglichenen Informations- und Wissensstand aller Beteiligten. Wichtig ist, immer auch die Bevölkerung ausreichend zu informieren. Die Installierung des Integrationsbeauftragten Istvan Deli hat sich mehr als bewährt, ebenso die Anstellung eines zusätzlichen Mitarbeiters in der Stadtverwaltung.

„Ergänzend zu den Deutschkursen sollen künftig auch Werte- und Orientierungskurse angeboten werden. Vorrangig richten sich diese an Asylberechtigte und Subsidiär Schutzberechtigte, die vorhaben, Österreich zu ihrer neuen Heimat zu machen. Durch diese Kurse soll auch die Qualität in der Integrationsarbeit gesteigert werden“, ist der Integrationsbeauftragte Istvan Deli überzeugt.

„Mit der Aufnahme etwa 300 Flüchtlingen hat die Landeshauptstadt mehr als nur ihr Soll erfüllt. Daher wird es zur Schaffung zusätzlicher Quartiere in der Stadt keine Zustimmung von unserer Seite mehr geben. Es sind nun auch andere gefordert, entsprechende Beiträge zu leisten“, erklärt Bürgermeister Thomas Steiner. In Eisenstadt allein sind derzeit mehr Flüchtlinge untergebracht, als im gesamten Bezirk Mattersburg (282).
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