29.07.2016, 12:25 Uhr

470er Seglerduo vom Yachtclub Breitenbrunn auf Medaillenjagd

BREITENBRUNN. Das Seglerduo Matthias Schmid & Florian Reichstädter vom Yachtclub Breitenbrunn ist eines der wenigen Teilnehmer, die das Burgenland bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro vertreten und gute Chancen auf eine Medaille haben. Bei der Verabschiedung durch Burgenlands Sportreferent LH Hans Niessl standen die Vize-Europameister in der 470er Klasse und Neuntplatzierten bei Olympia 2012in London den Bezirksblättern Rede und Antwort.
BB: Die Olympischen Spiele in Rio stehen vor der Tür. Wie sehen eure letzten Vorbereitungen auf dieses Großereignis aus?
Schmid-Reichstädter: Wir haben all unsere „Hausaufgaben“ während der letzten Trainings vor Ort schon gemacht und werden die letzte Woche vor dem Start ausschließlich der direkten Wettkampfvorbereitung widmen. Neben der offiziellen Olympiavermessung werden wir unser Boot namens „Hildegard“ noch einmal gründlich durchchecken und polieren. Natürlich gehen wir jeden Tag segeln, aber nicht mehr zu intensiv, um unsere Energiespeicher bis zum Start nicht zu leeren. Natürlich nehmen wir an der Eröffnungsfeier teil und wollen ein wenig von der positiven Olympiastimmung aufsaugen.

Seit wann bereitet ihr euch intensiv auf die Spiele vor?
Wir segeln seit 2001 gemeinsam im 470er, und seitdem stecken wir all unsere Energie und unser Herzblut in jede einzelne Olympiakampagne. Nach den Spielen 2012 hatten wir Zeit zum Durchschnaufen, aber seit Oktober 2013 dreht sich alles um eine perfekte Olympiavorbereitung für Rio. Wir waren seither insgesamt rund 240 Tage in Rio und nutzten jede Möglichkeit, in diesem extrem komplexen Segelrevier zu trainieren.

Ihr habt die Verhältnisse vor Ort erprobt. Wie kommt ihr mit den Bedingungen zurecht?
Wir haben die Bedingungen nicht nur erprobt, wir haben sie zu unseren Lieblingsbedingungen gemacht. In unseren ersten Rio Aufenthalten taten wir uns mit dem wenigen Wind, den teils hohen Wellen und der sehr starken Strömung sehr schwer. Mittlerweile gehören wir durch die vielen Aufenthalte vor Ort sicherlich zu jenen Mannschaften, die sich bestens auf die vorherrschenden Bedingungen eingestellt haben.

Erklärt einem Laien, warum es in den Gewässern um Rio so schwierig ist zu segeln?
Es gibt sieben verschiedene Rennbahnen, jede davon ist einzigartig und völlig anders. Die spezielle Topografie von Rio macht es möglich, dass man im selben Segelrevier völlig unterschiedliche Bedingungen vorfindet. In der Guanabara Bucht ist das Wasser flach und hat viel Strömung. Auch sind die Winde unberechenbar, da rundherum sehr hohe Berge sind. Die Bahnen am Atlantik sind geprägt von sehr hohen Wellen. Darum mussten wir lernen, uns und das Material so schnell wie möglich auf die geänderten Situationen umzustellen.

Welche Zielsetzung habt ihr für Rio?
Momentan gibt es in der 470er Klasse ca 15 Boote, die um die drei Medaillen kämpfen. Das Feld ist deutlich dichter als 2008 und 2012. Um unser ganz großes Ziel, eine Medaille zu ersegeln, zu erreichen, brauchen wir eine sensationelle Woche. Die Leistungen bei den letzten Trainingsregatten stimmen uns sehr zuversichtlich. Wenn wir es ins finale Medal Race schaffen und ganz Österreich mit uns mitfiebert, wären wir überglücklich.
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