01.04.2016, 11:46 Uhr

Arbeiterkammer: Wie (un)zufrieden sind die burgenländischen ArbeitnehmerInnen?

AK-Präsident Alfred Schreiner (l.) und Arbeitsklimaindex-Projektleiter Georg Michenthaler sehen die Lage am Arbeitsmarkt problematisch (Foto: AK)
BURGENLAND. Im Vorjahr hat die Arbeiterkammer Burgenland zum achten Mal einen eigenen Regionalindex für das Burgenland erheben lassen, die Auswertung liegt nun vor.

Druck am Arbeitsmarkt besonders groß

AK-Präsident Alfred Schreiner: „Der Arbeitsklima-Index liefert uns ein direktes Feedback unserer Mitglieder. Er zeigt uns, was die ArbeitnehmerInnen bewegt und wo wir als Interessensvertretung mit unseren Forderungen ansetzen müssen.
In den vergangenen Jahren stieg der burgenländische Index kontinuierlich und lag immer deutlich über dem Österreichwert. Doch 2015 erfolgte ein dramatischer Einbruch bei der Zufriedenheit der burgenländischen ArbeitnehmerInnen, während der österreichweite Indexwert gleich blieb. Im Burgenland ist der Druck am Arbeitsmarkt besonders groß, die Einkommen sinken. Die Situation für die Beschäftigten wird immer schwieriger. Das drückt sich im Ergebnis des aktuellen Arbeitsklima-Index aus.“

523 Arbeitnehmer befragt

Für die Arbeitsklima-Studie wurden im Zeitraum Februar bis Dezember 2015 in vier Erhebungswellen insgesamt 523 ArbeitnehmerInnen im Burgenland befragt, österreichweit waren es 4.784 Personen. Die Auswahl erfolgte auf einer statistisch gesicherten Zufallsstichprobe, die Ergebnisse sind repräsentativ für alle unselbständig Erwerbstätigen mit Wohnsitz im Burgenland.

Massiver Einbruch bei der Arbeitszufriedenheit


Die Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten im Burgenland war seit 2009 in einer beständigen Aufwärtsentwicklung, während der Wert des Gesamtindex für Österreich insgesamt in diesem Zeitraum stagniert und in der letzten Periode sogar gesunken ist. 2015 erfolgte ein massiver Einbruch im Burgenland: Der Arbeitsklimaindex für das Burgenland hat sich im Vergleich zu 2014 um 7 Punkte verschlechtert und liegt nun mit 108 Punkten nur mehr knapp über dem Österreichschnitt (106).

Mehrheitlich pessimistisch

Arbeitsklimaindex-Projektleiter Georg Michenthaler (IFES): „Nach einem längeren Anstieg ist die Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten im Burgenland seit 2014 massiv eingebrochen. Der Wert des Arbeitsklimaindex für Österreich insgesamt stagniert auf einem noch niedrigeren Niveau.“
Die Wirtschaftskrise und die hohe Arbeitslosigkeit wirken sich negativ auf die Stimmung der burgenländischen ArbeitnehmerInnen aus. Das zeigt sich besonders, wenn es um die Einschätzung der Chancen auf einen gleichwertigen Arbeitsplatz geht, sollte der eigene verloren gehen. Knapp drei Viertel der burgenländischen Beschäftigten insgesamt rechnen sich im Falle des Falles nur geringe Chancen aus, wieder eine adäquate Arbeitsstelle finden zu können. Bei niedriger Qualifikation und vor allem mit zunehmendem Alter sinken die subjektiven Arbeitsmarktchancen drastisch. Aber selbst Maturanten und Akademiker sind inzwischen mehrheitlich pessimistisch.
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