09.04.2016, 18:40 Uhr

"Dachte mir, was die können, kann ich auch" – Joachim Kugler wurde "vom Lehrling zum Chef"

ST. MARGARETHEN. Was weiß man schon mit 15? Richtig, nicht viel. Auch Joachim Kugler aus St. Margarethen war im besagten Alter relativ unwissentlich. Zumindest was die bevorstehende Berufswahl anging. In die Gärtnerei, wo der mittlerweile 40-Jährige mit seinem Unternehmen "kugler & trinkl" Gartenplanungen, -gestaltungen und -pflegen anbietet, ist er damals "reingerutscht". Heute ist er froh, "dass ich es gemacht habe".

Unbezahlbare Erfahrung

Es war das Jahr 1991, als Joachim Kugler seine Lehre zum Gärtner startete. An die darauffolgenden drei Jahre hat er durchwegs positive Erinnerungen. "Ich habe vieles gesehen, gelernt und viel Erfahrung gesammelt", erzählt Kugler. Vor allem Letzteres sei unbezahlbar. "Man lernt, wie lange bestimmte Arbeiten im Garten dauern und das hilft mir heute natürlich bei meinen Planungen."

Plötzlich der Beste

Auf seine Zeit in der Berufsschule blickt der 40-Jährige mit einem Schmunzeln zurück. "Die Berufsschule war super, vor allem da ich plötzlich der Beste in der Klasse war", erklärt Kugler. Die Erfahrung, der Beste in der Klasse zu sein, hatte Joachim Kugler vor der Berufsschule noch nicht gemacht. Aus seiner Sicht, aus einem einfachen Grund. "Das was man gern macht, macht man gut."
Mittlerweile unterrichtet der Unternehmer außerhalb der Gartensaison selbst in einer Berufsschule. Und das seit über zehn Jahren.

Notwendige Selbständigkeit

Vor zehn Jahren sollte für den St. Margarethener auch der Start in die Selbständigkeit erfolgen. Dieser sei mehr oder weniger "aus einer Notwendigkeit heraus passiert".
"Nach meiner Meisterprüfung 2003 habe ich zwei Jahre lang dabei geholfen, ein Gärtnerei-Unternehmen in Niederösterreich aufzubauen. Deren und meine Philosophie sind dann aber völlig auseinander gegangen. Bis ich mir dann irgendwann gedacht habe, was die können, kann ich auch", schildert Kugler.

Gesagt, getan

Gesagt, getan. Joachim Kugler gründete mit seinem heutigen Geschäftspartner Daniel Trinkl das Unternehmen "kugler & trinkl" (www.kuglerundtrinkl.at). Und das mit einer eigenen Philosophie. "Die Gartenplanung - und gestaltung umfasst heute irrsinnig viele verschiedene Tätigkeiten. Man findet kaum Firmen, die alles abdecken können. Mein Ding war schon immer die Planung, mein Partner ist der bessere Techniker bzw der, der dann alles umsetzt. Wir ergänzen uns also optimal", erklärt der Unternehmer.

Vorteile überwiegen

Optimale Ergänzungen sind in einem Unternehmen natürlich von Vorteil. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Selbständigkeit an sich auch so manche Nachteile mit sich bringt. "Die steuerlichen Abgaben sind ein Wahnsinn in diesem Land. Man möchte seinen Mitarbeitern gerne mehr bezahlen, aber das ist schwierig, wenn die Lohnnebenkosten viel zu hoch sind und so viele mitschneiden", so Kugler.
Nichtsdestotrotz überwiegen die Vorteile. "Ansonsten würde ich es ja nicht machen."

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