12.07.2016, 08:16 Uhr

"Man arbeitet, wenn die anderen feiern" – Herbert Jagschitz wurde vom Lehrling zum Chef

Herbert Jagschitz liebt seinen Beruf. Auch wenn er arbeitet, wenn die anderen feiern.
EISENSTADT. Wer heute eine Torte braucht, kommt an ihm kaum vorbei: der gebürtige Kleinhöfleiner Herbert Jagschitz führt seit dem 1. April 2013 seine "Konditorei Jagschitz" am Eisenstädter Oberberg, wo er Torten, Kuchen, Schnitten und Kleinbäckerei für alle möglichen Anlässe zaubert. Mit der Eröffnung vor drei Jahren schloss sich für den heutigen Konditormeister ein Kreis.

"Harte und schöne Zeit"

Denn sein Weg "vom Lehrling zum Chef" begann vor knapp 40 Jahren ebenfalls in der Landeshauptstadt. Im Jahre 1977 begann Herbert Jagschitz seine Lehre in der renommierten Konditorei Mikschi in Eisenstadt: "Es war eine harte und schöne Zeit", erinnert sich der heute 55-Jährige. "Ich hatte einen sehr strengen Chef, aber dadurch habe ich auch sehr viel gelernt, auch weil wir damals wirklich alles selber hergestellt haben." Auch an die Zeit in der Berufsschule knüpft der verheiratete Mann ausschließlich positive Erinnerungen: "Das war wirklich eine sehr coole Zeit. Ich bin in Baden in die Berufsschule gegangen und konnte dort mein Fachwissen ausbauen. Es sind damals auch sehr viele Freundschaften entstanden", erzählt Jagschitz.

Das Streben nach Perfektion

Nach der erfolgreich abgelegten Meisterprüfung im Jahr 1986 konnte der Konditormeister sein Wissen und Können in mehreren Betrieben erweitern und perfektionieren, unter anderem in der angesehenen Konditorei Groissböck in Wien. Dass er schlussendlich sein eigener Chef werden sollte, hatte Jagschitz nie geplant. "Eigentlich wollte ich mich anfangs nicht selbständig machen, aber es hat sich dann so ergeben", erklärt der 55-Jährige.

"Kann alles selbst entscheiden"

Heute ist Jagschitz glücklich darüber, sein eigener Chef zu sein. "Es ist toll, dass ich nun selbst entscheiden kann, wie und wohin sich meine Konditorei entwickelt." Auch wenn das naturgemäß nicht immer einfach ist. "Die Konkurrenz der Großmärkte ist groß, aber ich kann mit meinen Spezialisierungen punkten", verrät Jagschitz sein Erfolgsrezept.

Liebe und Leidenschaft

Drei Mitarbeiter beschäftigt der 55-jährige Konditormeister mittlerweile in seinem Unternehmen. Zeit, um selbst Lehrlinge auszubilden, fand Jagschitz in den bisherigen drei Jahren allerdings noch keine. "Ich habe viele Schnupperlehrlinge, aber die meisten unterschätzen den Aufwand. Es ist ein sehr harter und anstrengender Beruf und man muss meistens dann arbeiten, wenn die anderen feiern." Eine Tatsache, die Jagschitz aber noch nie abgeschreckt hat. "Ich liebe diesen Beruf. Er ist meine Leidenschaft!"

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