13.07.2016, 16:29 Uhr

Kalkbrennofen offenbarte Herkules-Altar

In Lorch wird derzeit einer von zwölf Kalkbrennöfen ausgegraben. Weitere Fotos findet man auf meinbezirk.at/1801484

Archäologen des oö. Landesmuseums fanden bei der Freilegung eines Kalkbrennofens in Enns zahlreiche antike Gegenstände.

ENNS (km). Als Vorbereitung auf die Landesausstellung 2018 wird in Enns derzeit ein Kalkbrennofen ausgegraben. Erste Hinweise darauf gab es bereits im Jahr 2008. Damals fand man im Zuge der Bauarbeiten für die Umfahrung Enns-Nord einige Kalkbrennöfen. Vier dieser Öfen wurden dabei im Rahmen einer Rettungsgrabung vollständig freigelegt und anschließend durch die darüber führende Anbindungsstraße überbaut. Im April 2016 starteten die Archäologen mit der Forschungsgrabung an einem weiteren Kalkbrennofen.

Mit insgesamt zwölf Kalkbrennöfen befindet sich am Standort Enns die größte Kalkbrennofenbatterie der Reihn-Donau-Provinzen des Imperium Romanum. Zum Vergleich: Diverse andere Batterien in Europa bestehen im Durchschnitt aus sechs Kalkbrennöfen.

"Hercules im Kalkbrennofen"

Doch die Ausgrabungen am Standort Enns sollten noch weitere Schätze ans Licht bringen. In seiner Letztverwendung sei der "Kalkofen 9" – wie er von den Aräologen bezeichnet wird – als überdimensionaler "Mülleimer" verwendet worden, erklärt Stefan Traxler, Sammlungsleiter Archäologie Römerzeit, Mittelalter/Neuzeit am oö. Landesmuseum. Neben Ziegeln, Keramik und einigen Metallobjekten wie Münzen wurden auch Kuhschädeln und ein Hundeskelett gefunden. Die Highlights der Ausgrabungen seien aber zweifellos die "Römersteine": Teile von Inschriften udn Skulpturen und außerdem ein vollständiger Weihaltar. Der gefundene Weihaltar dürfte dem Halbgott Herkules gewidtmet sein, so Traxler weiter. Denn neben diesem wurden auch zwei Herkules Statuen gefunden. Die Steindenkmäler hätten vermutlich im Ofen zu Kalk gebrannt werden sollen. Dazu sei es allerdings offenbar nicht mehr gekommen, so Traxler.

Das Projekt "Hercules im Kalkbrennofen" ist jedoch nur eines von mehreren bereits laufenden Forschungsprojekten im Vorfeld der Landesausstellung 2018.
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