30.08.2016, 15:43 Uhr

"Kinder sollten zu Fuß in die Schule"

Die Polizei klärt, wie Kinder sich im Straßenverkehr benehmen sollen, um auch sicher in die Schule zu kommen. (Foto: photophonie/Fotolia)

Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto bringen, vergrößern bei der Volksschule Enns das Unfallrisiko.

REGION (km). In wenigen Tagen beginnt wieder die Schule. Die Erstklässler treten dann erstmals ihren Schulweg an. "Wir machen gemeinsam mit den Erstklasslern einen Lehrausgang. Bei diesem zeigen wir ihnen, wie sie sich richtig zu verhalten haben", erklärt Alfred Stummer von der Polizei Enns. Gemeinsam mit seinen Kollegen bringt er den Kindern bei, wie sie sich im Straßenverkehr richtig zu verhalten haben. "Wir erklären ihnen auch, wie Autofahrer Kinder wahrnehmen. Es ist schließlich ein Unterschied, ob man eine kleine oder eine große Person sieht." Der Lehrausgang findet bereits in den ersten drei Wochen nach Beginn des Schuljahres statt. "Wir schnappen und die ganze Klasse und gehen eine bekannte Route." Auf dieser müssen die Kinder dann verschiedene Herausforderungen meistern wie das Überqueren der Straße mit und ohne Zebrastreifen. Die Aufgabe absolvieren die Kinder jeweils paarweise. "Das Problem dabei ist meistens, dass sich die Autofahrer nicht so verhalten wie normalerweise", erzählt Stummer schmunzelnd. "Sobald sie unsere Uniform sehen, bleiben sie beim Zebrastreifen stehen, obwohl die Kinder in vielen Fällen noch weit von der Straße entfernt sind. Das passiert normalerweise in der Realität nicht."

Gefahr: Kirchenplatz

"Wenn Kinder zu Fuß unterwegs sind, sollten Eltern den Schulweg bereits vor Schulanfang mit ihnen abgehen. Dabei können sie sich gemeinsam über die Gegebenheiten informieren", so Stummer weiter. Eltern sollten es ihrem Nachwuchs jedoch auch zutrauen, dass er alleine im Straßenverkehr zurecht kommt. "Schulwegunfälle passieren bei uns zum Glück ganz selten. Eine Häufung ist nicht zu erkennen, weil es glücklicherweise so wenig sind", erklärt Polizei-Dienststellenleiter Gernot Aschauer. Die einzige Gefahrenstelle, die die beiden Polizisten in Enns kennen, sei die Volksschule selbst. Dadurch, dass die Eltern die Kinder mit dem Auto in die Volksschule fahren, erhöht sich das Risiko dementsprechend. "Regelmäßig kommt es dort zu Beschwerden", so Aschauer. Die Kinder, die zu Fuß zur Schule kommen, müssen sich dann zwischen den Autos durchschlängeln. Deshalb fordert Stummer die Eltern nochmals auf: „Die Kinder sollten zu Fuß in die Schule gehen und nicht mit dem Auto gebracht werden. Dann haben sie bereits in der Früh frische Luft geschnappt und sich bewegt.“
Zwar besteht im Bereich zwischen Kirchengasse und Volksschule bereits ein Fahrverbot, dennoch würden sich nicht alle Eltern daran halten. "Auch wenn es die Eltern gut meinen, die anderen Kinder, die zu Fuß kommen, werden dadurch gefährdet", so Aschauer. Die Polizei werde deshalb nun wieder verstärkt kontrollieren, ob die verkehrsrechtlichen Bestimmungen im Bereich der Volksschule Enns auch eingehalten werden.

Sicher am Schulweg

Zwei bis drei Mal sollten Eltern gemeinsam mit ihren Kindern den Schulweg zum Kennenlernen abgehen. So kann man sich bereits vorab über eventuelle Gefahrenstellen informieren und Risikobereiche entschärfen.

Anfangs sollten Eltern ihren Nachwuchs aus einer gewissen Entfernung am Schulweg beobachten. Damit könne man sicherstellen, dass sich Kinder auch ohne Begleitung richtig verhalten.

Heute sind Kinderschultaschen mit vielen Reflektoren ausgestattet. Helle Kleidung und weitere Reflektoren schaden dennoch nicht.

Wenn Kinder mit dem Auto zur Schule gebracht werden, dann die Kinder auf der richtigen Seite aus- und einsteigen lassen. Kinder achten dann nämlich nicht auf den Verkehr.
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