14.06.2016, 14:44 Uhr

Leserbrief: Missstände an der Volksschule Enns

Eltern klagen wie berichtet über die Ganztagsbetreuung und die verschränkte Form an der Volksschule Enns.

Wir haben ein Kind in der verschränkten Form und seit der ersten Klasse nur Ärger. Wir haben zwei Mal den Landesschulrat kontaktiert, wurden aber zwei Mal an die Direktorin verwiesen, obwohl wir im zweiten Brief betont haben, dass wir mit jemand kompetenten sprechen möchten – und die Direktorin ist nicht kompetent! Man kann mit ihr kein vernünftiges Gespräch führen. Auf unsere gestellten Fragen ist sie uns immer ausgewichen.

Wir haben uns damals für die verschränkte Form entschieden, weil es bei uns aufgrund der beruflichen Situation das beste war und wir sehr viel positives von der verschränkten form in Perg gehört hatten. Von der Frau Direktor in Enns wurde uns die verschränkte Form so angepriesen:
- Bis 16 Uhr Unterricht abwechselnd Freizeit und Lernzeit (am ersten Schultag haben wir erfahren, dass sie doch nur bis 15.30 Uhr Unterricht haben)
- Keine Hausübungen etc., wird alles in der Schule erledigt
- Wenn die Kinder im Unterricht fehlen aufgrund von Krankheit oder ähnlichem kann der Stoff in der verschränkten Form nachgeholt werden.
- Eltern können ab 16 Uhr mit ihren Kindern die Freizeit genießen

Hörte sich für uns wirklich perfekt an, wird aber leider in Enns nicht umgesetzt. Wir müssen genauso zuhause Schreiben , Verbesserungen machen, Mathematik lernen und lesen. Das ich mit meinem Kind lese oder Mathematik spielerisch zwischendurch übe, damit habe ich absolut kein Problem, aber uns wird es vorgegeben, was wir zuhause zu machen haben. Obwohl das in einer verschränkten Form nicht vorgesehen sei.

Versuchen sie einmal mit einem Kind nach einem so langen Schultag noch zu lernen. Das ist Stress pur und sicherlich nicht gut für ein Volksschulkind. Noch dazu kommt, dass in dieser Schulform sowohl lernschwache Kinder als auch überdurchschnittlich befähigte Kinder wirkungsvoll gefördert werden sollten.

Unser Kind hatte in der ersten Klasse nach zwei Monaten eine Lernschwäche in Deutsch. Diese hat sich durch unsere „angebliche“ Lernbereitschaft zuhause bis vor Weihnachten wieder gelegt. Im Jänner wurden wir dann zu einem Gespräch gebeten und uns wurde gesagt unser Kind hat eine Lernschwäche in Mathematik und sie müsse in die Vorschule. Genau zu diesem Zeitpunkt wurde eine zweite Vorschulklasse eröffnet (Ich nehme an es fehlten Kinder).

Daraufhin habe ich mich getraut, zu sagen, dass diese verschränkte Schulform für lernschwache Kinder steht und schon wurde mir gesagt, das mein Kind eine extreme Lernschwäche in Deutsch hat und es braucht zwei Wochen bis es ein Buchstaben kann. Ich habe mein Kind austesten lassen – es hat keine Lernschwäche es brauchte nur etwas länger und wohlgemerkt es wurde nicht in Deutsch, sondern witzigerweise in Mathematik getestet. Eigenartig, es hieß ja, es hat eine extreme Lernschwäche in Deutsch.

Mir wurde bei diesem Gespräch sogar gesagt, dass mein Kind, wenn ich es nicht in die Vorschule gebe, in den vier Jahren sicher sitzenbleiben wird, denn solche Kinder "schleppt sie nicht mit" (Aussage der Lehrerin).

Eigentlich sollte man einem Lehrer vertrauen können – dies ist in Enns nicht möglich. Haben danach sogar mit der Direktorin gesprochen, aber das war wie immer Zeitverschwendung. Seitdem darf ich mir bei jedem Gespräch anhören, das sie mir in der ersten Klasse schon gesagt habe, dass ich die ganzen vier Jahre mit meinem Kind zuhause viel lernen muss, sonst kommt es in der Schule nicht mit. Wo ist hier die verschränkte Form wo? In anderen Schulen geht man zu den Direktoren und klärt das. In Enns ist der gang zur Direktion reine Zeitverschwendung.

Außerdem finde ich es eine bodenlose Frechheit, dass wir für eine verschränkte Form, wo mein Kind verpflichtet ist bis 15.30 Uhr zu bleiben 142 Euro Höchstbeitrag an die Gemeinde bezahlen müssen und die Kinder, die in der Nachmittagsbetreuung sind und sogar bis 17 Uhr bleiben genau den selben Betrag bezahlen (sozial gestaffelt). Wie kann das sein!? Warum beträgt in Perg der Höchstbeitrag gerade mal 35 Euro? Für die Nachmittagsbetreuung ist er sogar etwas höher. Warum werden in Perg Preis Unterschiede zwischen Nachmittagsbetreuung und verschränkter Form gemacht und in Enns nicht?

Fragen, die wir der Direkorin auch schon gestellt haben. Sie hat uns an die Gemeinde verwiesen. Dort wurde ich gleich vom zuständigen Bearbeiter (der jetzt dafür nicht mehr zuständig ist) angemotzt. Wir sind froh, wenn die Volksschulzeit vorbei ist und eines weiß ich mit Sicherheit: Ich würde nie wieder ein Kind in diese Schule geben.

Wir haben uns dazu entschlossen diesen Brief zu schreiben, da wir der Meinung sind das auch andere Personen einmal wissen sollten, was in der Ennser Volksschule tatsächlich los ist und das es nicht immer so toll ist, wie man es hin und wieder liest! Wir Eltern reden untereinander und mit jedem den wir geredet haben, haben wir nichts Positives von der Schule erfahren!


Leserbrief von
Eltern, deren Kind die Volksschule Enns besucht
(Eltern wollen anonym bleiben)
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