02.06.2016, 13:55 Uhr

Reif für die Schule?

Monika Huber, 42 Jahre VS Lehrerin, und heute Direktorin der Volksschule am Hauptplatz in St. Valentin.
ST. VALENTIN. Vom Kindergarten in die Schule, das ist für Kinder eine große Veränderung und Aussagen wie „Jetzt beginnt der Ernst des Lebens“ machen einem Kind eher Angst, als dass es hilft. Eltern sollten bei ihren Kindern eher die natürliche Neugier fördern und erklären, wie viel Neues, Interessantes sie nun lernen werden.

Vor vielen, vielen Jahren wurde für die Feststellung der Schulreife eines Kindes noch ein ganz einfaches Mittel angewendet. So galt zum Beispiel ein Kind als schulreif wenn es mit einer Hand über den Kopf sein Ohr angreifen konnte (siehe Foto). Aber seit damals hat sich natürlich sehr viel geändert.

Monika Huber ist seit 42 Jahren Lehrerin, heute Direktorin, an der Volksschule in St. Valentin und sie weiß um all die Veränderungen, vor allem die gesellschaftlichen Veränderungen, die heute natürlich auch bei den Kindern zu bemerken sind. „Es gibt viele Dinge die Eltern machen können um den Kindern den Schuleintritt zu erleichtern. Für Kinder und Eltern ist das eine ganz neue Situation und da kommt es darauf an, wie gut man sich und vor allem sein Kind darauf vorbereitet“, erklärt die Pädagogin.

„Ganz wichtig ist dass Eltern sich die Zeit nehmen und den Schulweg mit dem Kind schon vor Schulanfang ein paar Mal gehen und dass sie auch lernen, ihre Sprösslinge loszulassen. Wir bemerken heute, dass viele Kinder nicht in ganzen Sätzen sprechen können, und das betrifft nicht nur Kinder mit Migrationshintergrund. Ein Kind muss beim Schulbeginn weder lesen noch schreiben können aber es sollte nicht nur die körperliche sondern auch die kognitive und sozial-emotionale Reife haben. Das heißt, schulreife Kinder können mit anderen Kindern freundschaftlich umgehen und aufeinander Rücksicht nehmen. Auch die Feinmotorik zum Beispiel wie halte ich einen Stift oder Schere, sollte schon ausgereift sein. Und Kinder sollten wissen dass die Schule zum Beispiel um acht beginnt und da muss ich da sein. Kinder brauchen eine Orientierung, einen Ordnungsrahmen an dem sie sich orientieren können“,, erklärt Huber.
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