06.04.2016, 08:49 Uhr

Dietmar Grieser: Eine spannende Spurensuche

Dietmar Grieser im Gespräch mit Alexandra Raidl (Theater Am Kurpark).
Wien: Senioren Residenz Am Kurpark Wien-Oberlaa |

„Werte Dame, ich bin nicht Alfred Komarek“, erzählt Schriftsteller Dietmar Grieser bei seiner Lesung im „Theater Am Kurpark“. Wurde er doch vor einigen Monaten mit seinem Schriftstellerkollegen verwechselt. Kurzweilig und launig bringt der 82-jährige Dietmar Grieser bei seiner Lesung "Wege, die man nicht vergisst" die Sachen auf den Punkt.

Es sind Entdeckungen und Erinnerungen. Der „neue Grieser“ ist eine spannende Spurensuche. Hier die 4,5 km lange Prater‐Hauptallee, dort die nur zwei Hausnummern zählende Fahnengasse, die Österreich um ein Haar in einen Krieg gestürzt hätte. Dietmar Grieser, der „Meister der Miniatur“ (NZZ), lädt in seinem neuen Buch zu einer spannenden Spurensuche ein. Er führt auf berühmten und zahlreichen erst von ihm entdeckte Verkehrswege: von den Tummelplätzen seiner eigenen Kindheit und Jugend über die »Via Sacra« der Mariazell‐Pilger bis hin zum legendären „FWeg“, der 1942 Franz Werfel und vielen weiteren politisch verfolgten Künstlern das Leben gerettet hat.

Die Kontroversen um spektakuläre Straßenumbenennungen fehlen ebenso wenig wie Exkurse in die Welt der Briefträger, Straßenhändler, Schnorrer und Hausierer. Fernziele sind Tennessee Williams’ „Endstation Sehnsucht“ und Fellinis „La Strada“ ebenso wie die Catfish Row aus der Oper „Porgy and Bess“ und die Wüstenroute von El Alamein. Alles in allem: ein Erlebnisbericht der Sonderklasse im Theater in der Senioren Residenz Am Kurpark Wien-Oberlaa.
Dietmar Grieser wurde 1934 in Hannover geboren. Studierte in Münster und München Publizistik und Sozialwissenschaften und lebt seit 1957 in Wien, wo er auch die österreichische Staatsbürgerschaft annahm. Seit 1973 ist er als Buchautor erfolgreich, und verfasste insgesamt 41 Titel, darunter mehrere Bestseller, sowie zahlreiche Sendereihen im Radio und Fernsehen. Grieser erhielt zahlreiche Auszeichnungen wie das Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse und dem Eichendorff-Literaturpreis. 1988 wurde ihm von der Republik Österreich der Titel „Professor honoris causa“ verliehen.
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