14.10.2016, 11:20 Uhr

Ein Abschied mit zartem Lavendel-Duft

Barbara Pagitz führt genau Buch und schreibt sich die Inhaltsstoffe ihrer verschiedenen Öle genau auf (Foto: Friessnegg)

Mit einem eigens kreierten Öl nimmt Barbara Pagitz am Wettbewerb rund um die Duftpflanze des Jahres teil.

GLANHOFEN (fri). Zehn Jahre lang war die diplomierte Gesundheits- & Krankenschwester Barbara Pagitz im Paracelsusheim in Moosburg in der Altenpflege tätig. "Ich habe mich in dieser Zeit intensiv mit Palliativ- und Aromapflege beschäftigt und Zusatzausbildungen absolviert", so die 41-Jährige. "Nun verlasse ich das Paracelsusheim und werde als Vortragende an der SOB Waiern, in der Hospizbewegung Kärnten und als Teamleiterin der Hospizbewegung in Feldkirchen tätig sein."

Naturreine Öle

Mit Ölmischungen beschäftigt sich Pagitz schon lange Zeit. "Pflegeheime offerieren verschiedene Rituale zum Gedenken an Verstorbene. Religiöse Symbole, ritualisierte Zeichen wie brennende Kerzen, eine würdige Aufbahrung sowie die Einladung an Angehörige und Vertrauenspersonen sich beim Waschen, Ankleiden und Aufbahren des Verstorbenen aktiv zu beteiligen gehören dazu." Neben den angebotenen Ritualen fehlte der Aromapraktikerin eines für eine symbolische Auseinandersetzung mit der pietätvollen Verabschiedung „des Körpers“.
So kam es dazu, dass sie ein ganz spezielles Abschiedsritual kreierte, welches Pflegende in einer Institution, aber auch Mitarbeiter eines mobilen Pflegedienstes zur Verfügung stehen kann, um sich dankbar zu zeigen für das gelebte Leben und all sein Tun. Im Zentrum steht ein Öl, das die Aromapraktikerin aus 100 Prozent naturreinen ätherischen Ölen und fetten Pflanzenölen zusammensetzt.

Für Lavendelöl voten

"Die „Balsamierung“ des Leichnams. Dies ist eine Möglichkeit sich auf eine ganz persönliche und wertschätzende Weise vom Verstorbenen zu verabschieden", glaubt Pagitz. Zusätzlich verstärkend für eine besondere Geste der Wertschätzung gegenüber dem Verstorbenen sei es, wenn während des Auftragens der Ölmischung im Bereich der Hände des Toten die Gedanken des Auftragenden stark mit dem verbunden sind, was die Hände des Verstorbenen in seinem Leben alles berührt und erschaffen haben. "Das Auftragen der Substanz im Bereich der Beine ist geprägt von den Gedanken, wohin diese ihn im Laufe seines Lebens getragen haben."


"Duftpflanze des Jahres"

Um ihre Idee auf eine breitere Ebene zu stellen, hat Barbara Pagitz ihr Öl beim Projekt "Duftpflanze des Jahres" – heuer ist es der Lavendel – eingereicht. "Ich habe schom im Vorjahr mit drei Kolleginnen mitgemacht und wir haben in der Kategorie Gartenbau & Landwirtschaft Platz eins belegt."

Mit dem Lavendel verbunden

Barbara Pagitz erstellt eine Ölmischung zur rituellen Versorgung des Verstorbenen nach den vier Elementen. Lavendel – vom lateinischen "lavare" (waschen) – bringt auch eine Reinigung auf der seelisch-feinstofflichen Ebene zum Ausdruck. Lavendel zählt zu den Lippenblütlern. In der Literatur wird beschrieben, dass die Blüten eine Ober- und eine Unterlippe haben, welche aus den fünf Kelchblättern gebildet werden.
Lavendel ist als spiritueller Duft dem Element Luft zugeordnet und verkörpert Reinheit. Ein Hauch von Luft bedeutet Leben, ein letztes Ausatmen bedeutet die Auflösung des Seins. Weihrauch, Zeder und Sandelholz stehen für das Element Erde. Geranium Bourbon und die kostbare Rose damascena für das Element Wasser. Element Feuer beinhaltet Zimt und Kardamom. Element Luft wird getragen von Lavendel und Bergamotte.

Mitwählen

Bis Ende Oktober kann man online für das Lavendelöl voten. Eine Jury beschäftigt sich mit eingereichten Projekten.
www.thescenteddrop.eu
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