08.07.2016, 07:00 Uhr

Ein Lebensraum mit vielen Funktionen

Der Wald beeinflusst den Wasserhaushalt der Landschaft. Ein Teil des Regenwassers verdunstet an Bäumen und Sträuchern (Foto: KK)

Der Wald ist Lebens- und Wirtschaftsraum. Er bietet Schutz und dient als Wasserspeicher.

OSSIACH (fri). Dass der österreichische Wald eine Reihe enorm wichtiger Funktionen erfüllt, ist den meisten Menschen bewusst. Jeder kennt die Schutzfunktion des Waldes, also den Schutz der Gesellschaft vor Naturgefahren. Jeder weiß, dass man in den Wald gehen darf, um sich zu erholen, um dort Kraft zu tanken und einfach den Naturraum zu genießen und dass der Wald als Wasserspeicher dient.

Konsens mit Eigentümern

"Oft geht es aber über diese Erholungssuche hinaus. Gerne wird ausgeblendet, dass der Wald Grundeigentum ist und eine uneingeschränkte Nutzung durch betriebsfremde Personen nicht sein darf", gibt der Leiter der Forstlichen Ausbildungsstätte Ossiach, Johann Zöscher, zu bedenken. Wald sei Lebens- und Wirtschaftsraum gleichzeitig. Darüber hinaus gewährt er Erholungssuchenden Entspannung und fördert die Gesundheit. "Aber: Wald ist auch Eigentum, Wald gehört jemandem."

Wirtschaft versus Freizeit

"Sehr oft hört man die Forderung nach der generellen Öffnung der Forststraßen für das Mountainbiking. Dabei wird einfach negiert, dass die Forststraßen die Wirtschaftslinien der Waldbewirtschafter darstellen, dass darauf hauptsächlich Betriebs- und Güterverkehr stattfindet, der für die Kontrolle der Waldflächen, für die Organisation von Holzernteeinsätzen und den Abtransport des geernteten Holzes da zu sein haben." Ähnlich verhalte es sich mit der aufgezwungenen Außernutzungstellung von Waldflächen. Speziell problematisch sei die Tatsache, dass das Schutzgut auch das Wirtschaftsgut der Waldbetriebe ist. "Wenn es nicht zu einem intensiven Dialog mit den Grundeigentümern kommt, sind Probleme vorprogrammiert. Beim einen geht es um die Haftung der Waldbesitzer bei der Freigabe von Forststraßen, beim anderen geht es um einen Eingriff in Eigentumsrecht."


Wald kennenlernen

Waldpädagogik zum Ausgleich von Interessenskonflikten für die Zukunft:
Die Waldpädagogik versucht über Bewusstseinsbildung bei Kindern und Jugendlichen Verständnis für die Aktivitäten der Forstleute und Waldbesitzer zu erzeugen. "Kinder und Jugendliche sind Entscheidungsträger von morgen. Ihnen müssen wir unsere Handlungsweisen verständlich erklären, dann wird es leichter sein Interessenskonflikte zu vermeiden", glaubt Zöscher. Die Forstleute wollen mit waldpädagogischen Ausgängen verständlich machen, dass Holzernte in Österreich schonend und verantwortungsvoll vor sich geht, dass das Umschneiden von Bäumen bei uns nichts mit Waldzerstörung zu tun hat.
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