10.08.2016, 06:50 Uhr

Filialkirche Stocklitz - ein verstecktes Kleinod

Die „Kulturinitiative Stocklitz“ sorgte für die Restaurierung und Belebung der Leonhard Kirche.

STOCKLITZ (ac). Die kleine Leonhard-Kirche aus dem 14. Jahrhundert ist ein verstecktes Kleinod und strahlt im Ortskern von Stocklitz, doch das war nicht immer so. Vor genau 20 Jahren wurden die Renovierungsarbeiten abgeschlossen.

Sakrales Schmuckstück
"Die Kulturinitiative Stocklitz wurde im Jahre 1988 ins Leben gerufen", erinnert sich Franz Prochazka, "Ziel war es, die Filialkirche St. Leonhard in Stocklitz – ein ebenso bescheidenes wie außergewöhnliches Stück Bau- und Kulturgeschichte, zu renovieren sowie die Erhaltung und die Durchführung von kirchlichen und kulturellen Veranstaltungen".
Nachdem im ersten Jahr durch Veranstaltungen eine solide finanzielle Basis geschaffen wurde, konnte 1990 mit der Renovierung begonnen werden. In Zusammenarbeit mit dem Bauamt des Bischöflichen Ordinariats und dem Bundesdenkmalamt wurden alle Baumaßnahmen abgesprochen.

Umfangreiche Renovierung
Zu den vielen Renovierungsarbeiten zählten unter anderen die Neueindachung, Maurerarbeiten an der Außenfassade, ein Catalan-Ziegelfußboden wurde verlegt, ein Turmhahn wurde gesetzt, Tischlerarbeiten an Decken und Stufen, Herstellung der Fenster, die Sakristeitür und die Kirchenbänke wurden restauriert und sehr viele Schmiede- und Schlosserarbeiten wurden getätigt.

Unzählige Helferstunden
Für die unzähligen Helferstunden waren fleißige Hände nicht nur aus Stocklitz und Tramoitschig, sondern aus dem regionalen Bereich der Altgemeinden Glanhofen und Klein St. Veit am Werk. Finanzielle Unterstützung gab es von Seiten des Ordinariats, dem Bundesdenkmalamt, der Stadtgemeinde, dem Land Kärnten und vielen Sponsoren. Am 9. Juni 1996 wurde mit einem großen Richtfest und einer feierlichen Segnung durch Bischof Egon Kapellari der Abschluss der Renovierungsarbeiten gebührend gefeiert. Den Bewohnern der Ortschaften Stocklitz und Tramoitschig ist ein vorbildhafter Beitrag zur Instandsetzung der sichtbaren Zeichen ihres Glaubens mit ungeheurem Fleiß und Eifer geglückt.


Kleine Kirche mit langer Geschichte


Die Kirche in Stocklitz wurde 1469 erstmalig urkundlich erwähnt und ist von einer Leonhard-Kette umgeben. Betritt man das Innere, so sieht man an der Wand Fuß- und Handschellen hängen, von diesen Ketten erzählt man sich folgende Sage:

Ein Ritter in Ketten
Die Türken haben auf ihren Raubzügen in Österreich viele edle Ritter, Männer, Frauen und Kinder zu Gefangenen gemacht und sie in ihre Heimat gebracht. Das Los dieser Armen war wenig beneidenswert und viele trachteten, trotzdem sie stark gefesselt waren, durch Flucht zu entkommen. Einem Ritter gelang die Flucht, obgleich er an Händen und Füßen mit schweren Ketten gefesselt war. Mühsam war der Weg in die Heimat; kein Schmied war in den menschenleeren Gegenden zu finden, der ihn von den Banden befreit hätte. Da gelobte er, dort, wo er von den Eisenketten befreit werde, eine Kirche bauen zu lassen. Als er nach langer, mühsamer Wanderung nach Stocklitz kam, fielen ihm die Fesseln von selbst von Händen und Füßen. An dieser Stelle ließ er das heute noch stehende Kirchlein erbauen, in der die Ketten und Schellen als Andenken aufbewahrt werden. Quelle: Georg Graber, Sagen aus Kärnten
3
Diesen Mitgliedern gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.