21.04.2016, 06:54 Uhr

Fischotter fressen die Flüsse leer

Der Fischotter bedroht die Existenz einiger Fischarten. Er selbst steht jedoch auch unter strengem Schutz (Foto: KK/Pixabay)

Die Fischotter-Population steigt. Für autochthone Fischarten wie die Urforelle eine bedrohliche Entwicklung.

BEZIRK (fri). Seit einigen Jahren ist der Otter wieder bei uns heimisch. Er selbst steht unter Schutz, gefährdet aber heimische Fischarten. "Wir haben vor 13 Jahren mit einem Projekt, das die Rettung der Urforelle zum Ziel hat, begonnen", erklärt der Obmann des Naturschutzbundes Kärnten, Klaus Kugi.


Urforelle ist bedroht

"Die Urforelle lebt seit der Eiszeit in unseren Gewässern und ist unheimlich wertvoll. Sie ist an das Leben in unseren Gewässern angepasst und trägt altes, unersetzliches Erbgut in sich. Ich habe sechs Vorkommen in Kärnten gefunden. Diese sind nun extrem gefährdet. So konnten wir im vergangenen Herbst keine einzige Laichforelle finden", ist Kugi besorgt. "Die Fischotter haben ein sehr großes Revier. Weibchen wandern an die acht Kilometer, bei Männchen sind es schon 15 Kilometer. Neben den Fischen fressen die Tiere, die große Popularität in der Bevölkerung haben, auch Amphibien. So gehören Kröten, die ebenfalls zu den geschützten Arten zählen, zu ihrer Leibspeise. Einen Ausweg sehe ich nicht. Ich bin ratlos."

Fischzüchter sind ratlos

Auch die Fischzüchter der Region haben so ihre Probleme mit dem Otter.
Rund einen Kilogramm Fisch würde ein ausgewachsener Fischotter pro Tag verzehren, weiß Fischzüchter und Betreiber einer Fischzucht Markus Payr. "Unser Betrieb liegt direkt an der Gurk. Da kommen die Otter und holen sich auch in unserer Anlage die Fische", so Payr. "Sie holen sich die Fische und sorgen für enorme Beunruhigung im Teich, denn die Zuchtfische reagieren naturgemäß anders als Naturfische."


Population steigt

Eine Gefährdung des gesamten Ökosystems sieht Fischzüchter Siegfried Gruber aus Reichenau: "Man müsste aus der Fischzucht ein Hochsicherheitsgefängnis machen. Und nicht einmal dann wäre die Sicherheit gewährleistet. Die Otter sind sehr scheue und intelligente Tiere und haben bei uns keine natürlichen Feinde. Eine Überpopulation bringt unweigerlich Probleme mit sich. Nicht nur für uns Fischzüchter, sondern auch für Fischer, die in den Fließgewässern keine Fische mehr fangen, weil der Otter diese leerfrisst."

Fischotter unter Schutz

Der Fischotter steht jedoch selbst unter strengem Schutz. Das heißt, der Fischotter darf weder bejagt, gefangen noch gestört werden. Daher startet das Land Kärnten ein Projekt zur Senkung des Fischotterbestands, sowie Prüfung ob und in welchem Ausmaß die Entnahmen zur Erholung der Fischbestände führt. Weiters wird geprüft, ob durch die Entnahme einzelner Fischotter die gesamte Fischotterpopulation gefährdet ist. „Wir müssen also die Entnahmen und die Schutzbestimmungen unter einen Hut bringen“, erklärt LR Christian Benger. Kosten: 300.000 Euro.
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