14.07.2016, 07:00 Uhr

Junges Leben in den alten Mauern

Seit vier Jahren ist Jakob Koschutnig Obmann des Burgvereins Glanegg. Im Herbst werden Kapelle und Palas renoviert (Foto: Friessnegg)

Unsere Sommer-Reihe "Gespräch im Park" starten wir mit dem Obmann des Burgvereins Glanegg.

GLANEGG (fri). Zwei wesentliche Gebäudeteile der Burg Glanegg werden ab kommendem Herbst wiederhergestellt. Dann erstrahlt die ehemals drittgrößte Wehranlage Kärntens im historischen Glanz. Die WOCHE hat den Obmann des Burgvereins, Jakob Koschutnig, zum Interview gebeten.

WOCHE: Was tut sich auf der Burg Glanegg? Gibt es aktuelle, neue Projekte?
Jakob Koschutnig: Im Herbst beginnen wir mit der Renovierung des ältesten Teils der Burg. Und zwar werden der Palas und die Burgkapelle so weit wiederhergestellt, dass sie für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Die Anlage wird sich dann so präsentieren, wie sie einst war. Miteingebunden sind das Bundesdenkmalamt, der Landeskonservator, Archäologen sowie die Katholische Kirche.
Das Projekt wird rund 200.000 Euro kosten und zu 50 Prozent von der EU gefördert. Für das Dach der Kapelle werden wir mehr als 2.000 Holzschindeln benötigen. Kooperationen mit Schulen, Initiativen oder privaten Spendern wären sehr hilfreich für uns. Die Kapelle soll dann nämlich auch geweiht werden und damit können Hochzeiten oder andere kirchliche Feierlichkeiten auf der Burg stattfinden.

Wie sind Sie zum Burgverein gekommen?
Ich bin kein gebürtiger Glanegger und habe meinen eigentlichen Heimatort 2007 bei einer Veranstaltung auf der Burg repräsentiert. Meine drei jüngeren Kinder wurden später in der Säulenhalle lebensgeweiht. Die Bindung zu den historischen Mauern ist immer intensiver geworden und seit vier Jahren bin ich Obmann. Wir haben ein großartiges Team und die Zusammenarbeit funktioniert perfekt.

Was zeichnet diesen Ort aus?
Es ist dieses Wissen, dass hier schon vor hunderten von Jahren – die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1121 – Menschen gelebt haben. Beinahe jeder Stein hat eine Geschichte zu erzählen und ich sehe es als meine Aufgabe junges Leben in diese alten Mauern zu bringen. Erstmals haben wir heuer ein schulübergreifendes Projekt initiiert. Dabei wurde das Musiktheater "Der eiserne Ernst" – das übrigens einen historischen Hintergrund hat – auf der Burg uraufgeführt.


Zur Sache

Der Burgverein Glanegg wurde 1997 von Otto Scheiflinger gegründet.
22 aktive und rund 160 unterstützende Mitglieder bemühen sich um die einst drittgrößte Wehranlage Kärntens.
Die Burg kann für öffentliche Veranstaltungen, private Feiern oder von Kulturinitiativen gemietet werden.
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