19.04.2016, 13:00 Uhr

Pollenbelastung: Hochsaison für die Birke

Die Birke macht Allergikern derzeit zu schaffen. Hautärztin Bettina Eigner klärt über Allergien auf.

BEZIRK FELDKIRCHEN (stp). Für Allergiker ist der Frühling heuer kein Spaß. Denn im Vergleich zu den letzten Jahren blüht vor allem die Birke extrem und sorgt so für Niesen, eine laufende bzw. verstopfte Nase oder rinnende Augen. Weitere Symptome können Juckreiz auf der Haut, Husten oder in starken Fällen auch Atembeschwerden sein.

Allergie oder Verkühlung?

"Wenn man den Verdacht hat, auf etwas allergisch zu reagieren, kann man schon den Arzt aufsuchen", meint Allergologin Bettina Eigner und erklärt: "Es sollte zumindest abgeklärt werden, ob es wirklich eine Allergie oder nur eine Verkühlung ist."

Dies geschieht durch den sogenannten Prick-Test. Dabei werden Allergene mit der Haut des Betroffenen in Kontakt gebracht. "Die Haut wird leicht eingeritzt. Nach etwa 20 Minuten sieht man dann an der Reaktion, ob eine Allergie vorhanden ist oder nicht", so Eigner. Den Test führen allergologisch ausgebildete Ärzte, wie Haut-, HNO-, Lungen- und auch Kinderärzte durch.

Vor allem bei Pollenallergien ist eine Behandlung wichtig, da sich diese sonst auch auf den Alltag negativ auswirken können, merkt die Ärztin an: "Beim Autofahren sind Niesattacken oder juckende Augen sicher gefährlich. Aber eine Allergie kann auch die Konzentration und Aufmerksamkeit negativ beeinflussen. Viele fühlen sich auch sehr müde dadurch."

Tricks für den Alltag

Im Alltag können ein paar Tricks dabei helfen, die allergischen Reaktionen im Zaum zu halten. "Man sollte nur am frühen Morgen kurz lüften, um die Pollen nicht in die Wohnung zu lassen. Weiters hilft es, die Wäsche nicht draußen aufzuhängen, das getragene Gewand nicht im Schlafzimmer hinzulegen oder möglichst jeden Abend die Haare zu waschen", schildert die Ärztin. Den aktuellen Pollenwarndienst bzw. Pollenkalender (siehe Infobox links) im Auge zu behalten kann ebenfalls helfen.
Behandelbar sind Allergien durch Tabletten, auch homöopathische Wirkstoffe können helfen.

Für starke Allergiker gibt es zudem die Möglichkeit einer Hypersensibilisierungstherapie. Dabei werden dem Körper über einen Zeitraum von 3 bis 5 Jahren Allergene in entsprechender Dosis zugeführt, um die Allergie zu bekämpfen. "Jeder muss selbst wissen, ob er eine Therapie machen möchte. Bei starken Allergikern ist das aber empfehlenswert", so Eigner.

Der Pollenkalender
Grundsätzlich beginnt der Pollenflug jedes Jahr mit den Frühblühern (Birke, Hasel, Erle, Ulme, Esche, Eiche, ...). Diese können bereits im März für Reaktionen bei Allergikern sorgen. Ab Mitte Mai beginnen dann in der Regel die Gräser (Löwenzahn, Roggen, Weizen, ...) zu blühen. Im Sommer folgen dann noch die Kräuter (Spitzwegerich, Gänsefuß, ...). Anhand eines Pollenkalenders können die Blütezeiten in etwa eingeschätzt werden.

Zur Sache

Aktuelle Werte
Für die aktuelle Lage in der eigenen Umgebung, ist es ratsam, unter www. pollenwarndienst.at nach seiner Postleitzahl zu suchen.
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