23.06.2016, 07:00 Uhr

"So Gott will, möchte ich Priester werden"

Am 26. Juni wird Paul Joseph Markowitsch in Graz zum Priester geweiht, am 3. Juli erfolgt die Primiz in Wachsenberg (Foto: Karl Heinz Schein)

Am 3. Juli feiert Paul Joseph Markowitsch seine Primiz in Wachsenberg. Eine Woche vorher wird er zum Priester geweiht.

WOCHE: Was hat Sie dazu bewegt Priester zu werden?
Paul J. Markowitsch: Aufgewachsen in einer katholischen Familie, geprägt durch den Glauben meiner Eltern und Großeltern, habe ich „von Kindesbeinen an“ Heimat in der Kirche und Freude am Glauben erfahren. Ich habe dann viele Jahre ministriert, war Pfarrgemeinderat in der Pfarre Wachsenberg etc. Es gab kein einschneidendes Berufungserlebnis wie beim Apostel Paulus, doch ich habe sehr früh erfahren, dass der Herr mich in seine Nachfolge ruft. Ein Wort des Evangelisten Johannes ist mir dabei wichtig geworden: „Ich nenne euch nicht mehr Knechte (...), vielmehr habe ich euch Freunde genannt“ (Joh 15,15).

Wann wussten Sie, dass Sie diesen Weg einschlagen werden?
Bei einem Einkehrtag in der vierten Klasse Gymnasium in Gurk mussten wir als Aufgabe einen Brief an unser späteres, erwachsenes „Ich“ schreiben und unseren späteren Beruf nennen. Damals habe ich geschrieben: So Gott will, möchte ich Priester werden.

Wie steht Ihre Familie dazu?
Ich kann dankbar sagen, dass meine Familie meinen Weg immer unterstützt und meine Berufung, auch im Gebet, mitgetragen hat und mittträgt.

Welche Hauptaufgaben hat ein Seelsorger?
Die Verkündigung des Wortes Gottes und die Feier der Sakramente, besonders der Eucharistie stehen sicher im Mittelpunkt eines priesterlichen Lebens; dazu kommt die Arbeit mit den Ministranten und der Jugend, aber auch die Alten-, und Krankenpastoral. Neben dem großen Pensum an Aufgaben gilt es, selber ein geistliches Leben zu führen und sich tagtäglich zu bemühen, sich enger mit Christus zu verbinden.

Gibt es Vorbilder?
Im „Jahr der Barmherzigkeit“ denke ich an den Hl. Pfarrer von Ars, der durch sein ganzes Leben versucht hat, den Menschen, die ihm anvertraut waren, den Weg zum Himmel zu zeigen. In Dankbarkeit nenne ich unseren verstorbenen Dechant Hubert E. Luxbacher, der mir in seinem treuen priesterlichen Dienst ein Vorbild war und mich in meiner Entscheidung, Priester zu werden, bestärkt hat.

Welchen Stellenwert hat Glaube in unserer Gesellschaft?
Das vielfach prophezeite Ende von Religion und Glaube findet nicht statt, im Gegenteil. Ich nehme eine große spirituelle Sehnsucht und Suchbewegung war, zumal bei jungen Leuten, die nicht der Ansicht sind „religiös unmusikalisch“ (Jürgen Habermas) zu sein. Vielfach erleben wir noch ein sog. Traditionschristentum, gerade in den ländlichen Regionen. Der Kirche ist es gerade heute darum aufzuzeigen, dass der Glaube eine Einladung zur Freundschaft mit Jesus Christus ist und dass Christen versuchen aus diesem Glauben heraus die Gesellschaft mitgestalten und sich z. B. für den Schutz des Lebens und die Bewahrung der Schöpfung einsetzen.

Wie kann man Menschen zu Gott führen?

Papst Benedikt XVI. hat einmal treffend gesagt: „Es gibt so viele Wege zu Gott, wie es Menschen gibt“, d.h. Gott lässt ihm die Freiheit, seinen persönlichen Weg zu gehen, ja ihn sogar abzulehnen oder zu verneinen. In dem wir als Christen auskunftsfähig und überzeugend anderen von unserem Glauben erzählen und uns um ein authentisches Leben aus dem Evangelium mühen, geben wir ein Zeugnis mitten in unserer Welt, das anderen helfen kann, ihre Gottesbeziehung zu vertiefen oder neu zu entdecken.

Wo werden Sie Ihren Dienst antreten?
Mit 1. September werde ich Kaplan im Pfarrverband Leibnitz und Wagna sein.

Was bedeutet Ihnen die Primiz in Wachsenberg?
Nach der Priesterweihe feiert jeder Neupriester in seiner Heimatpfarre seine Primiz (Erste Hl. Messe) und ich darf dies in meiner Heimatpfarre Wachsenberg tun.
Für den ganzen Ort wird das ein großes Fest werden und ich hoffe, dass viele dadurch etwas von der Freude am Glauben mitnehmen und für ihr Leben gestärkt werden.


Zur Person

Paul Joseph Markowitsch, geboren 1988 in Klagenfurt. Aufgewachsen in Feldkirchen und am Wachsenberg.
Volksschule am Wachsenberg, Matura am BRG Feldkirchen. Studium der Klassischen Philologie, dann Studium der Katholischen Fachtheologie (Abschluss mit Mag. theol), Eintritt in das Bischöfliche Grazer Priesterseminar. Pastoralpraktikum in Leoben 2013/2014. Diakonenweihe am 29. Juni 2014 in Graz. 2014-2016 Diakon im Pfarrverband Graz-Christkönig und Hl. Schutzengel.
Doktorand bei Univ.-Prof. Bernhard Körner (Karl- Franzens-Universität Graz).
Priesterweihe: 26. Juni 2016 im Grazer Dom durch Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl.
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