27.03.2016, 07:40 Uhr

Weil Mädchen viel mehr können!

Martin Klemenjak, Waltraud Grillitsch, Mario Sherif El Shamy, Christine Erlach, Ruth Hechtl, Rebecca Zechner (Foto: Friessnegg)

Unter dem Titel "Technik oder Soziales" fand an der FH Kärnten in Feldkirchen das 3. Vernetzungstreffen statt.

FELDKIRCHEN (fri). 2014 hat man von der Fachhochschule Kärnten in Kooperation dem Studiengang Soziale Arbeit, dem Mädchenzentrum Klagenfurt sowie interessierten Betrieben zum ersten Vernetzungstreffen eingeladen. Die Ziele waren damals die gleichen wie beim heurigen 3. Treffen. "Gleiche Chancen für beide Geschlechter", so lautet die Devise, erklärt Martin Klemenjak, der die Treffen organisiert.


Arbeitswelt im Wandel

"Wir holen Fachleute aus Theorie und Praxis zusammen und versuchen, Lösungsvorschläge für die Zukunft zu finden. Leider haben immer noch sehr wenig Mädchen und Frauen Zugang zu technischen Berufen. Die Gründe zu finden, ist weiteres Ziel." Einen Umbruch registriert die Leiterin des Mädchenzentrums Klagenfurt, Christine Erlach: "Zwar ist noch viel Platz nach oben, aber dennoch sind Tendenzen spürbar. Mädchen und Frauen holen in allen Bereichen auf, drängen in Männerberufe und wollen sich selbst verwirklichen und finanziell unabhängig sein. Immerhin ist die Quote der erwerbstätigen Frauen im Zeitraum von 2004 bis 2015 von 59% auf 66,9% gestiegen."


Männer mit Herz

Dass es auch andersherum für Männer durchaus schwer sein kann, in weiblich dominierten Berufen Fuß zu fassen, weiß der angehende Sozialarbeiter Mario Sherif El Shamy: "Ich habe während des Zivildienstes meine soziale Ader erkannt. Das Betätigungsfeld ist groß, die Bezahlung mäßig und man hat als Mann immer noch Erklärungsbedarf, wenn man sich beruflich für eine soziale Richtung entscheidet. Soziales Engagement wird meist Frauen zugeschrieben. Dabei werden Männer sehr gebraucht."

Frauen stehen im Job "ihren Mann"

Über positive Erfahrungen konnte Rebecca Zechner, die eine Lehre zur Kunststofftechnikerin absolviert, sprechen. Als Frau in einem männerdominierten Berufszweig sei sie von Anfang an akzeptiert worden. Sie würde sich für ihre weiblichen Kolleginnen eine umfassende Information in frühen Jahren wünschen. "Leider erfährt man erst viel zu spät, welche Ausbildungsmöglichkeiten es gibt." Dass es nach wie vor weibliche und männliche Berufssparten gebe, sieht auch Ruth Hechtl, Lehrende des Studienganges Soziale Arbeit: "Die Rollenverteilung ist da. Allerdings setzt die Gesellschaft auf Gleichstellung der Geschlechter, was wiederum auf die Vielfalt der beruflichen Orientierung abzielt."
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