24.05.2016, 14:50 Uhr

"Am Anfang gab es 100 Weinstöcke"

Gerhard Köck und seine Lebensgefährtin Christiane sind stolz auf ihre ausgezeichneten Weine. Die Trauben dafür gedeihen auf der Pollenitzen im Bioweingarten (Foto: Friessnegg)

Am Hausberg der Feldkirchner, auf der Pollenitzen, baut Winzer Gerhard Köck seinen Wein an.

POLLENITZEN (fri). Auf einer Fläche von einem Hektar baut Gerhard Köck Wein an. Begonnen hat er 2002 mit 100 Weinstöcken. "Ich habe es einfach probiert. Der Standort hat sich als gut herausgestellt und so habe ich Jahr für Jahr erweitert. Seit 2009 wird der Weinberg in der bestehenden Form bewirtschaftet", erklärt Gerhard Köck, der mit seinem "Roesler 2014" – ein fruchtiger Rotwein, und seinem "Polenikus Bio 2015 "– einem PIWI-Wein zum Landessieger gekürt worden ist.

Biosorten im Aufwind

"Die PIWI-Auszeichnung (PIWI = Pilzwiderstandsfähige Sorten), die es heuer erstmals gab, freut uns besonders. Diese Kategorie wurde eingeführt, um auch Weine von Bio- und PIWI-Winzern prämieren zu können", so der engagierte Winzer, der sich schon seit Jahren mit dem Anbau von Biorebsorten befasst. "Wir sind der einzige Bioweinbaubetrieb im Bezirk. Der Vorteil der resistenten Sorten liegt auf der Hand. Es sind wenige bis gar keine Spritzvorgänge nötig. Ein riesiger Vorteil für den Rebstock, aber auch für die Natur, die Umwelt und den Konsumenten", so Köck.


Umdenken setzt ein

"Die Fortschritte in der Weinqualität haben mehr als überzeugt und dennoch sind die meisten dieser resistenten Sorten in Österreich nicht als Qualitätswein zugelassen", ärgert sich der Winzer, sieht aber zugleich einen Lichtschimmer am Horizont.
"Die steigende Nachfrage sowie das Engagement der Winzer dürften aber zu einem Umdenken geführt haben. Für einige Sorten ist es immerhin schon möglich Rebsorten oder Jahrgangsbezeichnungen am Etikett zu führen."

Ausgewählte Sorten

Er selbst will den eingeschlagenen Weg weitergehen und sieht sich in der Auszeichnung bestätigt. "Wir sind stolz darauf, dass wir Biowein naturnah mit unseren ausgewählten Rebsorten keltern können und dieser gut ankommt." Natürlich hätte er selbst sehr viel Erfahrung und Praxis sammeln müssen, um qualitativ hochwertige Weine machen zu können. "Wir haben im Bezirk viele innovative Winzer, die mit ihren Produkten keinen Vergleich scheuen müssen."

Innovation seit der ersten Stunde

Seit einigen Jahren engagiert sich die WOCHE für den Kärntner Wein und bietet den Winzern des Landes eine Plattform. Höhepunkt ist die jährliche Weinkost. Heuer steigt das Fest am 2. Juni auf Burg Taggenbrunn in St. Veit. WOCHE-GF Robert Mack und Horst Wild, Obmann des Weinbauverbandes, erwarten rund 200 Gäste und Freunde des Kärntner Weins.


Berglandwertung

Der Weinbaubetrieb Köck setzte schon früh auf die Sorte Roesler und war damit auch schon national sehr erfolgreich. Bei der Berglandwertung wurden Erfolge in zwei Kategorien geholt. Der Landessieg 2016 in der Kategorie "Fruchtige Rotweine" sowie der Landessieg 2016 in der neuen Kategorie "PIWI-Wein".
Auf der zertifizierten Biofläche gedeihen die Sorten "Solaris", "Muscaris". Den Sortenverschnitt dieser vollresistenten Rebsorten Jahrgang 2015 findet man im "Polenikus Bio".
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