13.07.2016, 06:59 Uhr

Ein Fünf-Sterne-Hotel für die Hühner

Dieter und Alexander Obereder (v.l.) wissen, worauf es bei der Hühnerhaltung ankommt. Biologische Haltung ist wichtig (Foto: Friessnegg)

Die Biohühner am Hof der Familie Obereder in Gnesau bekommen Zuwachs. Aus 1.300 werden 4.300.

GNESAU (fri). Vor 18 Jahren hat Dieter Obereder seinen Betrieb auf die Produktion von Bioeiern umgestellt. "Wir waren von Beginn an ein Biobetrieb", erklärt Dieter Obereder. "Ganz einfach weil mir das immer wichtig war." Jetzt wird der Betrieb erweitert, weil auch Sohn Alexander mit einsteigt. "Ich habe die Ausbildung zum Geflügelpraktiker abgeschlossen", so der 24-jährige Jungbauer. Der ausgebildete Forstwart unterstützt jetzt seinen Vater im landwirtschaftlichen Biobetrieb.


Stall mit Wintergarten

"Wir haben nun einen zweiten Stall für 3.000 Hühner gebaut", so die Biolandwirte. Das Besondere an dem modernen Gebäude, das nach Biorichtlinien errichtet wurde und den modernen Anforderungen entspricht, ist aber der Wintergarten, der die Verbindung zwischen Innen- und Außenraum darstellt. "Die Hühner haben die Möglichkeit sich je nach Witterung und Lust und Laune im Stall, im Wintergarten oder im Freien aufzuhalten. Wir beliefern viele Vier- und Fünf-Sterne-Hotels in Kärnten. Nun haben auch unsere Hühner die Möglichkeit Luxus pur jeden Tag zu erleben." Eine Grünfläche von drei Hektar, die schon mit Bäumen und Sträuchern bepflanzt wurde, bietet Auslauf, Gelegenheit zum Scharren und der Natur freien Lauf zu lassen.

Stallhygiene ist wichtig

Als zertifizierter Biobauer verzichtet Dieter Obereder gänzlich auf Antibiotika und Medikamente. "Wir achten auf Stallhygiene. Dazu gehört es, dass wir zumindest einmal im Jahr den gesamten Stall mit dem Hochdruckreiniger säubern." Zudem achten die Hühnerbauern auf gutes Wasser, das aus der eigenen Quelle kommt, viel Luft und gutes Futter. "Wer qualitativ hochwertige Lebensmittel produzieren möchte, darf keine minderwertigen Futtermittel verwenden. Es kommt über die Nahrungskette wieder alles zurück."


Kreislauf Natur

Als Beispiel nennen die Obereders die Hühner, die sie nach rund eineinhalb Jahren ausmustern müssen, weil ihre Legefreudigkeit nachlässt. "Der Großteil geht an die Adlerwarte Landskron. Dort wurden zuerst Hühner aus konventioneller Haltung für die Fütterung der Raubvögel verwendet. Nach einiger Zeit wurde ein Geburtenrückgang bei den Vögeln verzeichnet. Schuld daran waren die Rückstände von Antibiotika, die in den Hühnern nachgewiesen wurden."

Ab Hof Verkauf

Drei Mal pro Woche verlässt Alexander Obereder den Hof mit einer Ladung voller Bioeier. "Wir beliefern die Spitzengastronomie und Hotellerie persönlich. Mit dem Biohof Gut Großhard haben wir eine Kooperation und bei Nockfleisch in Feldkirchen sind unsere Eier ebenfalls erhältlich." Drei Mal pro Woche gibt es Ab-Hof-Verkauf. "Im Herbst wollen wir den SB-Laden neu gestalten. Dann wird es rund um die Uhr frische Bioeier geben."

Zahlen & Fakten

Biohof Obereder
4.300 Hühner, Rasse: Lohmann Brown
Neuer Stall: 12 Meter x 40 Meter (ohne Nebenräume)
Kosten: 250.000 Euro
Ab-Hof-Verkauf: Montag und Dienstag vormittags, Freitag nachmittags
50 Angus Rinder
zu 100 Prozent Direktvermarktung
70 Hektar Gesamtfläche
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