23.03.2016, 13:58 Uhr

"Hunger, Not und Gottvertrauen" im Salzburger Freilichtmuseum

Abwässer versickerten im Erdreich und damit im Grundwasser und Krankheit und Tod lauerten überall. So lebten die Bauern 1816 in Salzburg. (Foto: Salzburger Freilichtmuseum)
GROSSGMAIN (ck). Gerade heute in unserer urbanen und hochtechnologisierten, oft entfremdeten Gesellschaft wird das Leben am Land romantisch verklärt. Dies hat aber Tradition: Schon der Dichterkreis um Goethe sah im vermeintlichen Landidyll eine kurzzeitige und spaßbringende Alternative zum Stadtleben. Selbst aus der Antike sind uns Zeugnisse einer temporären Flucht aufs Land bekannt. Während das Landleben als Flucht aus der Stadt früher nur den sogenannten höheren Schichten möglich war, hat sich ein Urlaub am Bauernhof inzwischen zur Lifestyle-Erscheinung gewandelt. Oft vergisst man dabei aber, dass die Angst um eine ausreichende Versorgung mit Lebensmitteln und die Furcht vor der Willkür der Obrigkeit und Krankheiten und Tod zum Alltag gehörten.

Der tägliche Kampf ums Überleben

"Fernab vom wirklichen Landleben gibt es heute ein idyllisches Bild, das mit der Realität nicht viel zu tun hat. Es ist ein Bild, das von den Medien und vom Tourismus gezeichnet wird. Während Leben auf dem Land noch vor wenigen Jahrzehnten mit Rückwärtsgewandtheit verbunden war, ist es heute eine Ausprägung des modernen Lebensstils. Die Schattenseiten des Landlebens aber werden ausgespart. Das Freilichtmuseum führt mit dieser Sonderausstellung den Besucherinnen und Besuchern die damalige Realität eindrucksvoll vor Augen.", so Kulturlandesrat Heinrich Schellhorn. Mit dem Rückblick auf das Leben der damals noch nicht freien Salzburger Bauern im Jahre 1816, leistet das Freilichtmuseum einen wichtigen Beitrag zum Jubiläumsjahr "Salzburg 2016". Seit 200 Jahren nämlich gehört Salzburg nun zu Österreich.
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