17.09.2016, 14:02 Uhr

Reiki und betriebliche Gesundheitsförderung - Studienergebenisse

Reiki und Stress (Foto: Dagmar Richter)
Die Reiki-Meisterin/-Lehrerin Dagmar Richter führte im Rahmen ihres Studiums zur „Beraterin für Betriebliches Gesundheitsmanagement“ eine Studie über ­Reiki durch. Hier sind ihre bemerkenswerten Ergebnisse:

Durch meine Tätigkeit und Schulungen kannte ich bereits Personen, die Reiki gern erlernen wollten, und wandte mich an die entsprechenden Betriebe, mit einem Schreiben, in dem ich mein Vorhaben und auch Reiki erläuterte. Auch hob ich die Vorteile für Arbeitnehmer und Arbeitgeber hervor, wie: Verringerung gesundheitlicher Beschwerden, besserer Umgang mit Stress, mittel- und langfristige Senkung des Kranken­standes, Steigerung der Belastbarkeit der Mitarbeiter, Verbesserung des innerbetrieblichen Klimas etc. Im Krankenhaus und in einer Kureinrichtung argumentierte ich überdies, dass die Physiotherapeuten und Krankenschwestern mit Reiki nach ihrer Arbeit nicht so „ausgelaugt“ sein würden wie bisher; denn Reiki komme neben den Patienten auch den Therapeuten und Pflegekräften zugute, weil diese im Rahmen von Behand­lungen, die sie den Patienten geben, als „Kanal“ für die Energie dienen und so auch selbst erfrischt würden.

Ich fand vier Mitgliedsbetriebe, die ihre Beschäftigten für den Tag der Reiki-Ausbildung freistellten. Es handelte sich um ein Heilbad, ein Krankenhaus, eine Stadtverwaltung und einen Landkreis. Neben einigen Physiotherapeuten und Krankenschwestern wurden überwiegend Beschäftigte in Verwaltungsberufen ausgebildet, vom Sachbearbeiter bis zum Amtsleiter. Wichtig war, dass sich die Teilnehmer nach der Ausbildung regelmäßig mit Reiki behandeln sollten (nach Möglichkeit vier bis fünf Mal wöchentlich) und die Fragebögen zur gesundheitlichen Situation zurücksenden sollten, die ich ihnen a) nach einem Monat und b) nach einem halben Jahr zusenden würde. Natürlich wurde auch der gesundheitliche Ist-Zustand der Ausbildungsteilnehmer aufgenommen.

Heutzutage haben immer weniger Menschen ein immer höheres Arbeitspensum zu bewältigen, dabei müssen die Arbeitnehmer in der veränderten Arbeitswelt ständig neuen Anforderungen gerecht werden. Vor allem bei Frauen besteht zusätzlich oft eine Doppelbelastung durch ihre Tätigkeiten in Familie und Beruf. Sie sind meist sehr engagiert und versuchen, es allen recht zu machen und ihre Arbeit zu mehr als 100 Prozent zu erledigen. Oft nehmen sie für sich selbst überhaupt keine Zeit zum Ausgleich. Die hohe Belastung kann zu seelischen und körperlichen Disbalancen und oft zu Krankheit führen. Die häufigsten möglichen Erkrankungen, wie Magen- oder Kopfschmerzen, Muskel-/Skeletterkrankungen, Herz-/Kreislaufprobleme, nahm ich in den Fragebogen mit auf und fragte danach, wie oft diese jeweils auftreten.

Mehr als 100 Teilnehmer

Insgesamt habe ich 125 Teilnehmer in Reiki ausgebildet. Nach a) einem Monat erhielt ich 75 der Fragebögen zurück - dies sind 60 Prozent, was für eine derartige Befragung ein recht hoher Prozentsatz ist. Natürlich gibt es bei solchen Ausbildungen auch immer Teilnehmer, die Reiki danach gar nicht praktizieren, die keine Lust dazu oder „keine Zeit“ dafür haben. Während Personen, die privat zu mir kommen und Geld für die Ausbildung bezahlen, damit schon anders umgehen, wie ich oft erlebe. Bis zur Anfertigung meiner Abschlussarbeit im März 2009 sendeten mir b) 30 Teilnehmer den zweiten Fragebogen (Halbjahreszeitraum) ausgefüllt zurück; wobei zu diesem Zeitpunkt das halbe Jahr noch nicht für alle Teilnehmer um war. Weiterhin bot ich für interessierte Teilnehmer in der Zeit nach der Ausbildung so genannte Auffrischungskurse an, die rd. 90 Minuten dauerten. Dabei konnten Fragen gestellt und erste Erlebnisse mit Reiki erzählt werden, und es fand ein gegenseitiger ­Reiki-­Austausch sowie eine Meditation statt.

An diesen fortführenden Veranstaltungen nahmen insgesamt 49 der Ausbildungsteilnehmer teil. Dabei gab ich einen Bogen in Umlauf mit der Frage: „Fühlten Sie sich ab dem Tag der Einweihung schon besser?“. 75 Prozent der Teilnehmer beantworteten diese Frage mit Ja. Viele berichteten, sie könnten nun besser durchschlafen, Verspannungen hätten sich gelockert, Schmerzen seien verringert worden, und sie seien nun allgemein entspannter.

Stressfaktor gesunken

Im Folgenden stelle ich meine statistischen Auswertungen des Fragebogens a) nach einem Monat ausführlich dar. Dabei sehen wir im Vergleich stets den blauen Balken, der den Zustand vor der Schulung darstellt, und den roten Balken, wie der Zustand sich nach einem Monat darstellte. Die Zahlen beziffern die Anzahl der jeweiligen Personen.

Wie zu sehen ist, hat sich der Stressfaktor bereits nach einem Monat insgesamt sehr verringert. Viele, die sich vor der Ausbildung oft oder sehr oft gestresst gefühlt hatten, fühlen sich nach der Ausbildung nur noch manchmal gestresst. Interessant ist auch die Verringerung der körperlichen Verspannungen.

Ebenso verringerten sich die Rückenschmerzen. Von 31 Teilnehmern, die vor der Reiki-Ausbildung mindes­tens zwei Mal wöchentlich daran gelitten hatten, taten dies einen Monat später nur noch 16.
Von elf Teilnehmern, die mindestens zwei Mal wöchentlich und mehr unter Magen-/Darmproblemen gelitten hatten, tat dies einen Monat später keiner mehr.
25 Personen hatten mindestens einmal wöchentlich über Kopfschmerzen geklagt, einen Monat später waren es nur noch sieben.
22 Personen hatten täglich unter Bluthochdruck gelitten, einen Monat später waren es nur noch 15. Die anderen sieben konnten laut eigenen Angaben mit Reiki ihre Nerven beruhigen und fühlten sich dadurch nicht mehr so gestresst, so dass ihr Blutdruck etwas sank.
Augenbrennen und Augentränen verringerten sich, und von 35 Personen, die sich mindestens zwei Mal wöchentlich bis täglich erschöpft gefühlt hatten, taten dies einen Monat später nur noch acht.

In der Zeit nach der Ausbildung fühlten sich viele Teilnehmer nervlich bedeutend beruhigt.

Am auffälligsten war jedoch die Verringerung der Schlafstörungen: Etwa die Hälfte aller Teilnehmer hatte vor der Ausbildung in Reiki täglich oder mehrfach wöchentlich Schlafstörungen gehabt, weil es ihnen laut eigener Aussage nicht gelungen war, die Anspannungen des Alltags abzubauen. Reiki hat hier in hohem Maße geholfen. Schon ab dem ersten Tag nach der Ausbildung konnten viele dieser Teilnehmer wieder durchschlafen, obwohl sie zuvor, teils seit Jahren, unter Schlafproblemen gelitten hatten.

Zum Abschluss des Fragebogens stellte ich die Frage, wie sich der jeweilige Teilnehmer insgesamt fühle. 75 Prozent gaben an, dass es ihnen nach einem Monat insgesamt schon besser gehe. Die anderen schätzten ihren Zustand als gleichbleibend ein, während sie jedoch in einigen Punkten Besserungen erfuhren. Nun nahmen an dieser Befragung nach a) einem Monat auch einige Teilnehmer teil, die sich gar nicht regelmäßig mit Reiki behandelt hatten. So ergänzte ich den Fragebogen, den ich b) nach einem halben Jahr zusandte, mit der Frage: „Wie oft haben sie sich in der Woche behandelt?“ Die Antwortmöglichkeiten waren: „6-7 Mal“, „4-5 Mal“, „2-3 Mal“, „einmal“ oder „gar nicht/fast nie“. Schließlich sollte es in meiner Studie ja auch darum gehen, ob es Menschen besser geht, wenn sie sich regelmäßig mit Reiki behandeln. Bei der Auswertung der zurückgesandten Fragebögen, die ich b) nach einem halben Jahr zugesandt hatte, nahm ich deshalb einige der Bögen nicht mit in die Auswertung hinein, und zwar die Bögen von jenen, die sich seit der Schulung/Ausbildung in Reiki gar nicht mit Reiki behandelt hatten.

Regelmäßige Anwendung

Von den Teilnehmern, die sich mindestens einmal wöchentlich behandelt hatten, ging es nach einem halben Jahr 79 Prozent insgesamt besser. Und von jenen, die sich mindestens zwei bis drei Mal wöchentlich mit Reiki behandelt hatten, ging es sogar 89 Prozent besser. Auch verringerten sich die einzelnen Beschwerden bei jenen noch weiter, die Reiki länger und regelmäßiger angewandt hatten.

Sehr berührend waren auch die beigefügten Texte einiger Teilnehmer, in denen sie über die Verbesserung ihrer gesundheitlichen Situation und Lebenseinstellung berichteten. Viele fühlten sich ausgeglichener, wohler und belastbarer, hatten nun eine positivere Lebenseinstellung. Schmerzen an allen möglichen Stellen verringerten sich oder verschwanden. Durch den Rückgang (bis zum völligen Verschwinden) von Schlafproblemen waren sie nun tagsüber nicht mehr so müde und konnten sich besser konzentrieren. Auch Depressionen verschwanden. Viele berichteten auch davon, dass sie mittlerweile mit Erfolg Verwandte und Bekannte mit Reiki behandelten.


Fazit

Wenn man die Ergebnisse dieser Studie betrachtet, so wird offensichtlich, dass Reiki jenen Menschen, die an der Ausbildung teilnehmen und danach regelmäßig praktizieren, in großem Maße hilft. Und so möchte ich hier abschließend meiner Hoffnung Ausdruck verleihen, dass in absehbarer Zeit alle Krankenkassen sich dafür öffnen, den Reiki-Grundkurs als Präventionsleistung nach § 20 Sozialgesetzbuch V anzuerkennen. So würden die Menschen voraussichtlich weniger Arztbesuche und weniger Medikamente benötigen, und es könnten immense Kosten gespart werden. Auch die Anerkennung und Finanzierung von Reiki-Behandlungen durch die Krankenkassen und Berufsgenossenschaften sehe ich durchaus als möglich an. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass immer mehr Schulmediziner Reiki integrieren, wenn sie erst einmal gute Erfahrungen damit gemacht haben. In Amerika werden ganze Belegschaften von Krankenhäusern in Reiki ausgebildet, vom Arzt bis zur Krankenschwester. Leider gibt es bei uns in Deutschland immer noch Menschen, die Reiki abwertend gegenüber stehen. Oft aber nur so lange, bis sie es einmal am eigenen Körper erfahren haben.

Schul- und Energiemedizin

Und zugleich wird der Kreis der Reiki-Praktizierenden immer größer. Ich hoffe, mit dieser Studie einen Teil dazu beigetragen zu haben, dass Reiki zunehmend auch gesellschaftliche Anerkennung findet. Eine Zusammenarbeit von Schulmedizin und Energiemedizin ist aus meiner Sicht erstrebenswert. Immerhin eignet sich Reiki auch wunderbar zur betrieblichen Gesundheitsförderung. Auch meine Prüfer von der Hochschule waren begeistert und hoffen, dass ich die Studie verbreite und weiter dran bleibe. So eine tolle Sache ist es wert, publik gemacht zu werden!


Dagmar Richter, 45 Jahre, zwei erwachsene Kinder, Haus, Garten, Tiere; Dipl.-Chemikerin, tätig in der Prävention bei einer Berufsgenossenschaft; 1. Reiki-Grad 2001, Reiki-Lehrerin seit 2006.
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