22.06.2016, 11:30 Uhr

Gericht wirft Steinbruch-Pläne zurück zur Bezirkshauptmannschaft

Gegen den geplanten Steinbruch am Lidaun geht Bgm. Josef Wörndl mit zahlreichen Faistenauern auf die Barrikaden.

Während Faistenau beim geplanten Steinbruch von einem Etappensieg spricht, will der Betreiber rasch starten.

FAISTENAU (buk). Zurück an die erste Instanz verwiesen wurde nun der positive Bescheid um einen geplanten Steinbruch am Faistenauer Lidaun. "Der Richter hat befunden, dass hier grobe Mängel im Verfahren vorgelegen sind. Man könnte das durchaus einen Etappensieg nennen", sagt Faistenaus Bürgermeister und Steinbruch-Gegner Josef Wörndl. Er rechnet damit, dass die Salzburger Bezirkshauptmannschaft nun ergänzende Gutachten einbringen wird.

Sollte erneut positiv entschieden werden, wird die Gemeinde ebenfalls ein weiteres Mal nach Anhaltspunkten suchen, um erneut in Beschwerde zu gehen. "Das dauert wieder einige Zeit. Wie es weitergeht, steht in den Sternen", so der Ortschef. "Aber alles, was wir an Verzögerung schaffen, ist uns nur recht."

"Bedauerliche Verzögerung"

Doch genau das ist Hans Eder, Geschäftsführer der Salzburger Sand- und Kieswerke (SSK) ein Dorn im Auge: "Wir sind davon überzeugt, dass der Steinbruch durchführbar ist und auch genehmigt wird." Das neue Verfahren sei eine "bedauerliche Verzögerung". Aus Sicht des Unternehmers ist das Material des Lidauns ein "sehr wertvoller Rohstoff", der vor allem im Straßenbau eingesetzt werden soll. Die Abbaumethode wäre eine Kombination aus Bohr- und Sprengbetrieb. "In der Sprengtechnik hat sich in den letzten Jahren sehr viel getan. Das erfolgt um Millisekunden verzögert, somit sind das lauter kleine Sprengungen", sagt Eder.

Ebenfalls mit einem positiven Ende des Verfahrens – allerdings aus Gemeindesicht – rechnet Wörndl: "Die Sensibilität der Menschen und Behörden kann sich nur in Richtung Ablehnung vertiefen. Ich habe gute Hoffnung an den Rechtsstaat, dass die Gesetze geachtet werden." Zu den Steinbruch-Gegnern zählen in erster Linie Faistenauer, aber auch Bürger aus Hof und Ebenau.

Dass Bedenken durchaus ernst genommen werden, verspricht auch Eder. Doch während eine Info-Veranstaltung noch gut besucht war, hätte sich zu einer freiwilligen Betriebsbesichtigung an einem vergleichbaren Standort kein einziger Faistenauer angemeldet.
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