09.03.2016, 06:00 Uhr

Kasernengelände steht für 27 Millionen Euro zum Verkauf

Das Grundstück wurde bislang als Lager- und Parkfläche genutzt, im östlichen Teil gibt es dichten Baum- und Strauchbestand. (Foto: Foto: SIVBEG)

Bürgermeister Joachim Maislinger geht gegen Kasernen-Verkauf auf die Barrikaden.

WALS-SIEZENHEIM. Mit einem Mindestverkaufspreis von 27,1 Millionen Euro steht nun die 112.000 Quadratmeter große Teilfläche Süd der Schwarzenbergkaserne zum Verkauf – entgegen dem Willen des Walser Bürgermeisters. "Wir arbeiten jetzt seit drei Jahren mit der Maklergesellschaft SIVBEG an dem Thema – immer mit dem gleichen Stand", sagt Ortschef Joachim Maislinger und ergänzt: "Der Verkauf ist das eine, aber wir brauchen eine verkehrstechnische Anbindung an öffentliche Straßen." Der Verkäufer brauche nicht mit dem Gedanken "liebäugeln", dass er eine Widmung bekommen werde.

Und auch die derzeit noch auf dem Gelände untergebrachten Flüchtlingscontainer könnten den Verkauf erschweren. Hier liegt eine Nutzungsvereinbarung bis Ende August vor, Angebote für das Grundstück nimmt die SIVBEG bis zum 13. Mai entgegen. "Noch gibt es keinen großen Zeitdruck", sagt Innenministeriums-Sprecher Karl-Heinz Grundböck. Flüchtlinge sollten ohnehin "nicht allzu lange in der Bundesversorgung sein".

Was künftig – sollte sich überhaupt ein Käufer finden – mit dem Kasernengelände passieren könnte, steht bislang noch nicht fest. LHstv. Astrid Rössler wünscht sich, diese "wichtigen und strategisch hochwertigen Flächen" zu entwickeln um dort in Absprache mit der Gemeinde und dem Regionalverband Wohnen und Arbeiten zu ermöglichen. "Die Gewinnmaximierung soll nicht im Vordergrund stehen", ist sie überzeugt – vor allem, weil es "so große zusammenhängende Flächen in dieser Lage sonst nicht gibt".

"Grundstück bleibt Grünland"

Bürgermeister Maislinger ist hingegen überzeugt: "Wenn das hier gekauft wird, ist das Grünland und dabei bleibt es erst einmal." Wohnbau kann er sich ob der Größe der Fläche nicht vorstellen. Außerdem gebe es in seiner Gemeinde "relativ viele Baulandreserven", weshalb alles nicht zusammen passe. "Wir haben nicht so viel Bedarf. Bis 2017 wollten wir maximal 13.000 Einwohner. Den Stand haben wir bereits im Juli 2015 erreicht." Kaufinteressenten sollten sich unbedingt vorab an die Gemeinde wenden. "Lutz hat sich bei uns auch einen Grund gekauft, ohne das zu besprechen. Momentan steht dort alles – und das im vierten Jahr", droht Maislinger.


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