06.10.2016, 21:23 Uhr

Traumatische Trennung entlang der Salzachkurve

Ein historisches Bild: Die Lokomotive vor dem oberen Stadttor wird zum Transport der Steine für den Bau der Länderbrücke im Jahr 1902 genützt. (Foto: Foto: Stadtarchiv Laufen)

Im Jahr 1816 wurde die Stadt Laufen an der Salzach geteilt, Oberndorf verblieb bei Salzburg.

OBERNDORF/LAUFEN (eve/ap). "Die Schaffung eines Bewusstseins tiefer, geschichtlicher Verbundenheit befördert auch grenzüberschreitende Wirtschaftsabläufe durch den Abbau von Grenzen für Unternehmer – und seien sie nur im Kopf", heißt es in der Bewerbung zum Salzburger Regionalitätspreis 2016.
Und damit haben die Städte Laufen und Oberndorf samt ihrem gemeinsamen Projekt "Erinnerungsjahr 2016" auch die Jury überzeugen können.

Diese Geschichte eint

Von 1810 bis 1816 war das Salzburger Land bayerisch. Erst 1816 entstand die Grenze entlang der Saalach und Salzach. "So ganz klar war der geschichtliche Hintergrund den meisten Menschen – sowohl diesseits als auch jenseits der Grenzflüsse – noch vor wenigen Jahren nicht unbedingt. Das hat sich auch mit unserer Kampagne 'Erinnerungsjahr 2016' wesentlich geändert, deren Zweck in der Schaffung eines diesbezüglichen Geschichtsbewusstseins liegt", erklärt Stefan Feiler, Kulturamtsleiter der Stadt Laufen und Koordinator des Erinnerungsjahres.


Trennung als "Trauma"

Und er betont: "Die Trennung wurde von den Menschen damals schon traumatisch erlebt. Es war so, als würde man plötzlich Wien der Donau entlang teilen. Und schließlich war der Rupertiwinkel die Kornkammer des Landes. Plötzlich konnten die Menschen in Salzburg auf dem Markt viele Waren nicht mehr kaufen, weil sie nicht mehr importiert werden konnten", so Feiler.

Ein Bewusstsein schaffen

Angeregt wurde das Projekt zum Erinnerungsjahr vom inzwischen verstorbenen Laufener Stadtarchivar Hans Roth, der die Idee hatte, ein grenzüberschreitendes „Erinnerungsjahr“ zu begehen. "Laufens Erster Bürgermeister Hans Feil sah sofort die Notwendigkeit, die historischen Ereignisse entsprechend zu würdigen und holte die Bürgermeister des gesamten Rupertiwinkels sowie – in Zusammenarbeit mit seinem Oberndorfer Amtskollegen Peter Schröder – des nördlichen Flachgaus mit ins Boot", weiß Feiler.

Nachhaltig verändern

Kaum etwas ist wertvoller als die Überwindung von Grenzen im Kopf. "Durch spezifische Bildungsarbeit, die – wie in unserem Fall – auch noch Spaß macht, wird der Grundstein gelegt für ein freundschaftliches und positives Miteinander in der Region", weiß Feiler, dem die Verantwortlichen aus den 26 Gemeinden – 17 aus dem Rupertiwinkel und neun Flachgauer Gemeinden – das Vertrauen mit der Übergabe der Projektleitung geschenkt haben.

Die Verbindung bleibt

Auch wenn sich das Jahr 2016 dem Ende zuneigt, bleibt die Verbundenheit bestehen. "Wir werden auch in Zukunft nicht müde werden, der Geschichte und der Schönheit des Lebens in unserer Region grenzüberschreitend Aufmerksamkeit zu verschaffen, da dies grundsätzlich auch unabhängig von historischen Daten möglich ist", verspricht Stefan Feiler abschließend.
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