20.05.2016, 18:24 Uhr

Waldbrand und Hubschrauberabsturz bei Katastrophenschutzübung

Gleich mehrere Szenarien fordern die Einsatzkräfte bei der groß angelegten Katastrophenschutzübung am Untersberg. (Foto: LMZ/Neumayr/MMV)

Rund 350 Mann quer durch die unterschiedlichen Einsatzorgaisationen trainierten am Untersberg den Ernstfall.

GRÖDIG (buk). Von gleich zwei Waldbränden, die im Abstand weniger Minuten am Untersberg ausgebrochen sind, ist eine großangelegte Katastrophenschutzübung am Untersberg ausgegangen. Die Einsatzkräfte mussten hier Löscharbeiten bei der Bergstation durchführen und eine vermisste Person finden. Hinzugekommen sind zudem ein Alpinunfall am Grünbach, ein zweiter Waldbrand am Drachenloch, eine Personensuche nach einem Forstunfall und ein Fahrzeugabsturz am Steinbruch Grödig/Glanegg.

Video mit Rundflug über die Einsatzorte: hier


Insgesamt waren hier 226 Feuerwehrmitglieder aus Salzburg und 28 aus Bayern mit 37 Fahrzeugen im Einsatz. Angeschlossen haben sich 15 Bundesheer-Soldaten mit drei Hubschraubern und einem Kerosintanklastzug, 66 Bergretter mit vier Fahrzeugen und drei Suchhunden, elf Mann vom Roten Kreuz mit vier Fahrzeugen und sechs Polizisten mit zwei Hubschraubern und einem Fahrzeug.

Sensibles Wasserschutzgebiet am Untersberg

Warum gerade der Untersberg ein derart sensibles Gebiet ist, erklärt Grödigs Bürgermeister Richard Hemetsberger: „90 Prozent der Trinkwasserversorgung der Stadt Salzburg kommen aus diesem Gebiet.“ Deshalb könne ein Waldbrand verheerende Folgen haben. Neben den Bäumen würde auch der Humus verbrennen, was zur Folge hätte, dass das Wasser nicht mehr gefiltert wird. Zudem befinde sich das Gebiet auch in der Einflugsschneise zum Flughafen, „weshalb wir auf alle Fälle schauen müssen, dass die Einsatzkräfte bestmöglich geschult werden“, so der Ortschef.

Mit dem Verlauf der Übung „sehr zufrieden“ zeigt sich Michael Walder, Katastrophenreferent der Bezirkshauptmannschaft Salzburg Umgebung. „Wir wollten so viele Szenarien wie möglich in die Übung aufnehmen“, sagt er. Denn auch im realen Leben könnten etwa ein Waldbrand und ein schwerer Unfall auf der Autobahn zeitgleich passieren. Oberst Peter Schinnerl vom Bundesheer ergänzt: „Man muss schauen, dass man den Einsatzkräften komplexe Szenarien bietet, ohne diese zu überfordern.“

Abschlussbesprechung in vier Wochen

Die Erkenntnisse der Großübung will Bezirksfeuerwehrkommandant Johannes Neuhofer intensiv in die weitere Arbeit einbinden. „Für mich ist es am wichtigsten, dass man daraus Erkenntnisse und Lehren ziehen kann“, ist er überzeugt. Seine Mannschaften mussten sich allesamt für den Übungstag Urlaub nehmen. Als heikelste Situation des Tages gilt die Übung auf dem Untersberg-Gipfel. Hier sind die Straßen sehr eng, das Wasser aus der Königssee-Ache muss mit Hubschraubern transportiert werden.

In vier Wochen soll die gesamte Übung mit allen Beteiligten noch einmal aufgearbeitet werden. Dann wird sich zeigen, wo es noch Schwachpunkte gibt und wie diese künftig bereinigt werden können.
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