13.04.2016, 08:03 Uhr

"Wir wollen eine Lösung für alle"

Die Betroffenen Heinrich Klappacher und Wolfgang Sonntagbauer vor dem betroffenen Haus.

Nachdem ein Projekt zum Hochwasserschutz die Wogen hochgehen ließ, könnte es nun eine Lösung geben.

GRÖDIG (mek). Ziemlich festgefahren wirkt die Situation zwischen der Familie Klappacher und der Gemeinde Grödig. Um eine gemeinsame Lösung zu finden hat die Gemeinde kürzlich einen Informationsabend für Betroffene und Interessierte veranstaltet. Eingeladen waren auch Anton Pichler von der Wildbach- und Lawinenverbauung, kurz WLV, Landesgeologe Rainer Braunstingl sowie Grundeigentümer Maximilian Mayr-Melnhof. "Wir sind durchaus kompromissbereit und wollen für alle eine gute Lösung finden. Eines muss jedoch klar sein: Ein Hochwasserschutz muss her", so Bürgermeister Richard Hemetsberger. Ein solcher Kompromiss könnte sich nun ergeben, da Mayr-Melnhof sein Grundstück, das oberhalb des Hauses der Familie Klappacher liegt, der Gemeinde für ein kleineres Rückhaltebecken zur Verfügung gestellt hat. Das Becken unterhalb des Hauses würde dann dementsprechend kleiner ausfallen. "Wir werden diese Variante selbstverständlich prüfen", so Hemetsberger.

Vertrauen verloren

"Wir sind nicht grundsätzlich gegen Hochwasserschutz, aber aus Angst um unsere Sicherheit können wir seit Monaten nicht mehr ruhig schlafen", so Heinrich Klappacher. Nach wie vor kritisiert die Familie vor allem die fehlende Information seitens der Gemeinde. "Da wir im Verfahren nicht Vertragspartei waren, wussten wir überhaupt nicht, was passieren soll", so Anita Klappacher und ergänzt: "Wir haben das Vertrauen in die Verantwortlichen verloren." Vizebürgermeister Othmar Danninger entschuldigte sich bei der Famile dafür, diese zu wenig in den Projektverlauf einbezogen zu haben und betonte ebenfalls den Wunsch, eine gemeinsame Lösung zu finden.

Kein Gutachten vorhanden

Unstimmigkeiten gibt es auch über die Größe des Projekts. Im Wasserrechtsbescheid sei nämlich "nur" die Abtragung von 1.500 Kubikmetern Bodenmaterial genehmigt worden. Laut Plan soll das Becken jedoch mehr als 2.000 Kubikmeter Wasser fassen. Auch das Fehlen eines geologischen Gutachtes über die Bodenbeschaffenheit bereite den Klappachers Sorgen.
Grundsätzlich hat das Projekt alle rechtlichen Stationen durchlaufen und wurde seitens der Bezirkshauptmannschaft genehmigt. Die Familie wehrt sich nun gegen die Umsetzung. Sie habe große Bedenken, dass der Untergrund, der zum Großteil aus Lehm bestehe, durch die Arbeiten ins Rutschen gerate und im schlimmsten Fall ihr Haus zum Einstürzen bringe. Die Ängste der Betroffenen versuchten Anton Pichler von der WLV und Landesgeologe Rainer Braunstingl auszuräumen. "So ein Projekt wird geologisch begleitet. Es wird nicht einfach in den Boden gegraben", so Braunstingl.

Wasser sei nicht das Problem

Heinrich Winkler vom Ingenieursbüro "Geo Win" in Thalgau hat sich die Situation vor Ort auf eigene Faust angesehen. "Sinnvoll wäre es, das Geschiebe aufzufangen und so die Rohre im Lettensteigbach frei zu halten".
Die Beteiligten werden nun weitere Gespräche führen und die gemachten Vorschläge prüfen lassen.
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