15.06.2016, 04:30 Uhr

Nächste Runde im Henndorfer Widmungs-Streit

Henndorfs Bürgermeister Rupert Eder sieht ohne Vorab-Umwidmung kaum Chancen, hier Gewerbe anzusiedeln.

Das geplante Betonwerk in Henndorf hat im Ort eine Umwidmungs-Diskussion ins Rollen gebracht.

HENNDORF (buk). Gegen den neuen Standort eines Betonwerks in Henndorf – wo auch zwei bisherige Standorte zusammengelegt werden sollen – haben sich Grüne und FPS gemeinsam ausgesprochen (die Bezirksblätter haben berichtet). Nun konterte Henndorfs Bürgermeister Rupert Eder mit einer Niederschrift der öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Bau- und Raumordnungsangelegenheiten und Gemeindeliegenschaften, die am 30. September 2015 stattgefunden hat. Demnach hätten sowohl Christian Piller von den Grünen als auch Johann Spöttl von der FPS für das Frischbetonwerk gestimmt. Wörtlich heißt es hier: „Der Bürgermeister lässt abstimmen, wer dafür ist, dass der Raumplaner die Unterlagen dementsprechend vorbereitet, dass das Gestaltungskonzept umgesetzt werden kann. Einstimmig angenommen.“

Fristgerechte Einwände

Doch das sei laut Spöttl gar nicht der entscheidende Punkt. "Ursprünglich war geplant, dass am Grundstück ,Hopfgarten' ein Gewerbegebiet kommt, das die Gemeinde in Etappen widmet", sagt Spöttl. "Mir stellt es bei dem gesamten Projekt die Nackenhaare auf." Nun sollen – laut FPS – gleich 38.000 Quadratmeter auf einmal umgewidmet werden. "Hier wurde am 15. April etwas beschlossen, das von der Ankündigung völlig abweicht", so die Kritik. Seinen Einwand hat er binnen der Frist des öffentlichen Aushangs – die mittlerweile vorbei ist – offiziell eingereicht. Ihm ist vor allem die "Fehlinformation der Bürger" ein Dorn im Auge.

Gemeinde ohne Einfluss?

Das Problem hier sei, dass die Gemeinde dann absolut keinen Einfluss mehr darauf hätte, wer sich auf den bereits gewidmeten Grundstücken niederlässt. "Wenn das geplante Betonwerk hier 6.000 Quadratmeter plus Zufahrtsstrecke bekommt und dann doch Freigelände benötigen würde, müsste nicht erneut gewidmet werden – es würde nur noch vom Land Salzburg und dem Verkäufer abhängen", erklärt Spöttl. Zudem befürchtet er hier auch Preis-Spekulationen: "Wenn das Gelände zehn Jahre brach liegt, hätten wir erst recht keine neuen Gewerbeflächen."

"Einsprüche werden behandelt

Henndorfs Bürgermeister sieht das jedoch gelassen. "Spekuliert wird immer, auch mit Grünland", ist er überzeugt. Zudem könnten Interessenten einen Bereich umwidmen lassen und den Grund danach weiterverkaufen. "Die Gemeinde hätte hier ohnehin kaum Einfluss – egal, ob alles gewidmet wird oder in Etappen." Aktuell gebe es drei Einsprüche von Henndorfer Bürgern, die jetzt behandelt werden. Ob alles auf einmal umgewidmet wird, sei zudem noch nicht endgültig beschlossen. Geplant ist, das Thema am 15. Juli bei der öffentlichen GV-Sitzung erneut zu besprechen.


Hier geht's zum Artikel "Neuer Standort für Betonwerk?"

Hier geht's zum Leserbrief "Kritik am geplanten Betonwerk in Henndorf"
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