16.08.2016, 08:36 Uhr

Mit dem Club über den Mattsee segeln

Das Boot fest im Griff hat Michael Müller, Obmann des Segelclubs Mattsee. Er ist mit Lisa Leimgruber bei der Regatta angetreten.

Sportlich statt elitär – die Bezirksblätter haben getestet, wie es sich anfühlt bei einer Regatta mitzusegeln.

MATTSEE (buk). Das gemütliche Gespräch wird jäh unterbrochen, "wir müssen los, sonst schaffen wir es nicht mehr zur Regatta", ruft mir Lisa Leimgruber zu. Im Eiltempo geht es zum Drachenboot und nach einem wackeligen Versuch an Bord zu kommen – gemächlich auf den See hinaus. Unser Kapitän ist Clubobmann Michael Müller, der bei der Internen Mittwochsregatta antritt. "Eigentlich reicht der Wind kaum für einen Bewerb", erklärt Leimgruber. Trotzdem zieht das Boot eine dezente Spur im Wasser – der Beweis: wir fahren.

300 Mitglieder im Club

Den Club selbst gibt es seit den 1950er-Jahren. Aktuell sind rund 300 Mitglieder gemeldet, die laufend sportliche Erfolge verbuchen. "Segeln selbst hat sich verändert, der Club ist nicht – wie manche noch meinen – elitär. Es geht um den Sport, das ist auch ohne Krawatte möglich", sagt Leimgruber. Anfängern empfiehlt sie einen Kurs in einer Segelschule. Wer Gefallen daran findet und überlegt, ein Boot zu kaufen, sei im Club richtig.

"Blankes Chaos"

Den Start der Regatta erwischen wir nur knapp. Mitten unter zahlreichen Booten geht es in Richtung erster Boje, die umrundet werden muss. Müller sitzt entspannt am Steuer. Er weiß genau, was zu tun ist – trotz unzähliger Schnüre, die für einen Laien wie blankes Chaos aussehen. Auch ich darf auf Zuruf den Spinnaker, ein Zusatzsegel, einholen und bei Flaute den Quermast nach außen drücken um mehr Wind in das Segel zu bekommen.

"Regatten für die Kleinsten"

Damit auch der Nachwuchs möglichst früh in den Club integriert wird, gibt es jedes Jahr eine Kinder- und Jugendsegelwoche. Heuer mussten aufgrund des großen Andrangs sogar Boote von anderen Clubs ausgeliehen werden. Beginnen könne man mit dem Sport bereits sehr früh, lediglich etwas Lesen und Schreiben und links von rechts unterscheiden sollte der Nachwuchs bereits können. "Regatten gibt es schon für die Kleinsten. Wichtig ist, dass die Eltern das unterstützen", sagt Leimgruber.

Im Finish disqualifiziert

Nachdem die zweite Boje umrundet ist, geht es mit leichtem Schaukeln und leisem Plätschern zurück zum Clubhaus – wo wir prompt disqualifiziert werden. Auf Höhe der Ziellinie hätte noch eine weitere Boje umrundet werden müssen. Durch unseren knappen Start – der auch mit mir als Gast zusammenhängt – haben wir diese Kursänderung nicht mitbekommen und sind daran vorbeigerauscht.
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