21.03.2016, 11:25 Uhr

Polit-Streit um den Floridsdorfer Bezirksmuseumsleiter

Robert Ulbricht hat in der Vergangenheit das Bezirksmuseum für rund 13.300 Besucher geöffnet.

Die FPÖ wittert eine Einflussnahme der SPÖ bei der Nachbestellung des vakanten Museumsleiters.

FLORIDSDORF. Mit dem Tod des langjährigen Leiters Walter Ullmann vor Weihnachten hoffte der seit 2010 tätige, geschäftsführende Leiter Robert Ulbricht auf dessen Nachfolge. Laut Statuten der ARGE Bezirksmuseen wird die Neubestellung allerdings im Einvernehmen mit der Kulturabteilung der Stadt Wien (MA 7) von Andreas Mailath-Pokorny und dem betreffenden Museumsvereins, dessen Obmann Bezirksvorsteher Georg Papai (SPÖ) ist, getätigt.

Dabei fällt immer wieder der Name von SP-Bezirksrat Ferdinand Lesmeister. FPÖ, WIFF und Ulbricht wittern nun eine politische Einflussnahme. Karl Mareda (FPÖ): „Das Museum soll nicht verpolitisiert werden. Wenn Lesmeister die Museumsleitung übernehmen will, soll er alle politischen Geschäfte zurücklegen.“ Hintergrund des Streites um die Neubestellung dürfte auch die Einsicht und der Zugriff auf die Gelder des Bezirksmuseums sein. Mareda spricht dabei von Einflussnahme: „Sollte sich der Verdacht bestätigen, dann werden wir den Staatsanwalt wegen den Verdacht auf Amtsmissbrauch einschalten.“

Papai: "Nicht egal, wer das Museum leitet"

Bezirksvorsteher Georg Papai wünscht mit der Neubestellung auch einen Neustart des Museums: „Das Museum soll nicht nur historische Ausstellungen bringen, sondern es soll auch Kulturstätte und eine Verschränkung mit den ansässigen Vereinen darstellen.“ Aus Rückmeldungen aus der Bevölkerung kennt Papai das große Interesse an ehrenamtlicher Mitarbeit und Öffnung für ein breites Spektrum, das bis jetzt nicht möglich war. Papai: „Es ist kultur- und gesellschaftspolitisch nicht egal, wer die Geschicke des Museums leitet.“ Ein Gespräch zwischen Papai und Ulbricht hat nicht stattgefunden.

Unter der Leitung von Robert Ulbricht konnte das Bezirksmuseum mit einem Team von vierzehn ehrenamtlichen Mitarbeitern eine Verdoppelung der Sonderausstellungen und Steigerungen von fast 150 % bei Schulführungen, Besucher und Kinder erreichen. Dafür steht dem Museum die mietfreie Nutzung des Mautner Schlössls, eine Förderung durch die ARGE in der Höhe von 3.500 Euro und deutlich höhere Spenden zur Verfügung. Vom Bezirk und vom Museumsverein erhält das Museum keine Zuwendungen.


Lösung soll vor April kommen

Robert Ulbricht: „Ich verstehe nicht, warum man ein seit Jahren bewährtes Team nicht weiterarbeiten lässt.“ Er will jedenfalls bis Ende März seine Tätigkeit ausüben. Der Weggang von Ulbricht und fast dem gesamten Team steht jedenfalls im Raum. Heinrich Spitznagl, Präsident der ARGE Bezirksmuseen: „Wir werden noch im März, spätestens anfangs April, eine Lösung finden, die hoffentlich zu aller Zufriedenheit ausfällt.“
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