03.05.2016, 12:19 Uhr

Schnellbahnstation Siemensstraße: 30 Minuten Wartezeit für tausende Angestellte

Bewohner und Angestellte im Einzugsgebiet der Siemensstraße fordern eine bessere S-Bahn-Anbindung. (Foto: Archiv)

Seit der Fahrplanumstellung fährt in der Früh von halb 8 bis 8 kein direkter Zug mehr vom Praterstern zur Siemensstraße. Bei den ansässigen Firmen häufen sich die Beschwerden. Bei den ÖBB sei nichts bekannt.

FLORIDSDORF. Siemens, die Fachhochschule Technikum Wien, die Delikatessgurken-Firma Frey und das AIT (Austrian Institute of Technology) haben eines gemeinsam: Sie sind alle im Einzugsgebiet der Schnellbahnstation Siemensstraße angesiedelt. Unter den tausenden Mitarbeitern regt sich nun Unmut über die Anbindung. Seit der Fahrplanumstellung der ÖBB gibt es in der Früh zwischen halb 8 und 8 Uhr keinen direkten Zug vom Praterstern zur Siemensstraße mehr.

„Zahlreiche Kollegen beschweren sich täglich, weil es die ÖBB nicht schafft, eine zufriedenstellende Verbindung zum Arbeitsplatz herzustellen. Wartezeiten bis zu einer halben Stunde sind in der Rush Hour einfach unzumutbar“, sagt Thomas Huger, Betriebsrat bei AIT. „Die Kollegen werden quasi zum Umstieg auf den PKW gezwungen.“

Schützenhilfe bekommt er dabei von Alfred Zimmermann, Betriebsrat bei der Siemens-Tochterfirma Atos: „Dieser Zustand ist untragbar, da aus Sicht der Betroffenen, die ÖBB auf deren Rücken eine Ergebnisoptimierung betreibt. Gewöhnlich ist der Kunde König, bei der ÖBB gehen aber die Uhren offensichtlich anders.“

„Es sind uns keine diesbezüglichen Beschwerden bekannt“, so die Stellungnahme der ÖBB. Es gäbe zwar tatsächlich keinen direkten Zug zur besagten Zeit, dafür eine Kooperation mit den Wiener Linien. Mit U1 und Schnellbahn hätte man für „weitere attraktive Verbindungen“ gesorgt. Für die Angestellten sei diese Möglichkeit aber weniger attraktiv, heißt es aus den ansässigen Firmen. Die Fahrzeit würde sich dadurch verdoppeln.

Änderungswünsche einreichen

Derzeit wird der Fahrplan 2017 abgestimmt. „Sollte eine Änderung des Fahrplanes gewünscht sein, kann dies mit Begründung und einer Abschätzung der Nachfrage an das Regionalmanagement Ostregion herangetragen werden.“ Dann wird eine mögliche Umsetzung geprüft.

Auch die Interessensgemeinschaft der Privatangestellten GPA hat sich nun eingeschaltet. „Wartezeiten bis zu 30 Minuten sind unzumutbar. Eine nahtlose Anbindung muss zur Hauptanreisezeit für die Mitarbeiter gewährleistet werden“, so FCG/GPA djp-Vorsitzender Erol Holawatsch, gleichzeitig auch Bezirksparteiobmann der ÖVP Floridsdorf. „Menschen, die in den Flächenbezirken leben und arbeiten, dürfen nicht mehr so benachteiligt werden.“

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