17.05.2016, 09:41 Uhr

Siemensäcker: Widerstand gegen Bauprojekt

Die auf Kosten der Siedler von Städteplaner Roman Seidl erstellte 3D-Grafik zeigt das geplante Großprojekt Siemensäcker. (Foto: Helmut Sommerer)

WIFF, FPÖ, ÖVP, Grüne und NEOS haben einen Antrag für eine Umweltverträglichkeitsprüfung eingebracht.

FLORIDSDORF. Im Bereich des umstrittenen Bauprojektes auf den ehemaligen Siemensgründen wurde nun der amtsinterne Entwurf, der sogenannte Gründruck, an alle Parteien, den Bezirk und die zuständigen Behörden versendet. Dieser in grüner Farbe gedruckte Entwurf eines neuen Flächenwidmungsplanes wird magistratsintern begutachtet, bevor der offizielle Plan, der Rotdruck, entsteht.

Obwohl erst ab dem Rotdruck Betroffene Eingaben machen können, regt sich bereits jetzt Widerstand der angrenzenden Siedler. Sprecher Helmut Sommerer: „Wir bestehen auf die Einhaltung des gesamten Forderungskatalogs, von der Reduzierung der Bauhöhe auf 21 statt 35 m, auf eine Reduzierung der Wohnungen auf derzeit 1.000, auf die Erbringung eines Bodengutachtens und auf eine Absicherung von Folgeschäden durch Grundwasser.“

Kontaminierter Boden

Die ehemaligen Siemensäcker wurden im Zweiten Weltkrieg stark bombardiert. In den Bombentrichtern wurden danach wahrscheinlich Autoreifen, Unrat sowie gefährliche Stoffe und Altlasten entsorgt. Recherchen über das kontaminierte Bauland fehlen bis jetzt. Da die Kosten hierfür jedoch vom Bauträger übernommen werden sollen, vermuten Anrainer auch deswegen eine größere Zahl von Wohnungen. Sommerer: „Diese Vorgaben zwingen den Bauträger, möglichst viele Wohnungen zu errichten.“

Bezirk vermittelt

Bezirksvorsteher Georg Papai (SP): „In Floridsdorf besteht ein massiver Bedarf an Wohnraum, sowohl von neu Hinzugezogenen als auch von alteingesessenen Floridsdorfern.“ Er will Gespräche zwischen den einzelnen Fachabteilungen der MA 21 und dem Grundeigentümer führen und einen Kompromiss in die Wege leiten. Eine Reduktion der Höhe der drei 35-Meter-Türme ist für Papai vorstellbar, wenn die verlorene Fläche an anderer Stelle berücksichtigt wird. Eine Reduktion auf 21 m und eine Reduktion der Wohnungen erscheint unwahrscheinlich. Sommerer hält die Reduktion der Höhen für wichtiger und wünscht die zusätzlichen Flächen auf einem zweiten Grundstück bei der Schnellbahnstation Siemensstraße: „Sollte man weiterhin die Bürgerrechte ignorieren, stehen unsere Rechtsvertreter in den Startlöchern.“

Prüfung folgt

Umweltstadträtin Ulli Sima teilte mit, dass die MA 22 Umwelt in einem Feststellungsverfahren prüft, ob bei den Siemensäckern eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden soll. Die Entscheidung trifft dann die Landesregierung. WIFF, FPÖ, ÖVP, Grüne und NEOS brachten im Bezirk einen Antrag ein.
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