11.04.2016, 15:21 Uhr

Pläne im Softwarepark Hagenberg: Hunderte weitere Start-ups

Im Softwarepark Hagenberg sollen Unternehmens-Ansiedlungen im IT-Bereich massiv gesteigert werden. (Foto: Softwarepark Hagenberg)

Der Softwarepark verstärkt sein Engagment für eine vibrierende IT-Innovations- und Gründerszene.

HAGENBERG. Die Zusammenarbeit zwischen der JKU (Johannes Kepler Universität) und Softwarepark Hagenberg soll weiter verstärkt werden. Konkret wird der Fachbereich Informatik noch stärker in Hagenberg eingebunden. Ein möglicher Schritt dazu ist der Aufbau einer Forschungsgruppe des Linz Institute of Technology in Hagenberg. Der Standort soll außerdem mit Hilfe der Politik weiterentwickelt und das Areal für die Ansiedlung zusätzlicher Betriebe vorbereitet werden. Derzeit forschen, entwickeln und arbeiten 70 Unternehmen im Softwarepark. In den nächsten fünf Jahren sollen – geht es nach Landeshauptmann-Stellvertreter Thomas Stelzer und Wirtschaftslandesrat Michael Strugl – hunderte weitere Start-ups entstehen.


Beschleunigungsprogramm

Herzstück dieser Gründeroffensive ist ein 660.000 Euro schweres „Beschleunigungsprogramm“ des Landes. Damit sollen Gründungsvorhaben, die sich noch im Ideenstadium befinden, bis hin zur Geschäfts-
idee begleitet werden. Darüber hinaus stellt das Land OÖ 400.000 Euro für den (derzeit noch nicht bestellten) Software-Science-Lehrstuhl zur Verfügung. Projekte, um den Softwarepark stärker als Tagungs- und Kongresszentrum zu positionieren, sind ebenso angedacht wie ein Gründerzentrum. All diese Maßnahmen zielen darauf ab, eine neue Gründungswelle zu ermöglichen. Der Softwarepark Hagenberg soll gemeinsam mit der JKU zu einem internationalen Zentrum für Informatik-Kompetenz werden. Die Innovationskette von der Grundlagenforschung, angewandter Forschung, der Lehre bis hin zur Wirtschaft soll erfolgreich gelebt werden.
Magnet für IT-Branche
„Das Selbstverständnis und die Vision des Softwareparks ist es, ein Innovationstreiber für Oberösterreich zu sein. Als Gemeinschaft von Forschungsinstituten, Bildungsinstitutionen und Unternehmen konzipiert, vereint er Forschung, Lehre und Anwendnung“, so der JKU-Rektor und Softwarepark-Leiter Meinhard Lukas. „Durch die Begegnung und den engen Austausch von Top-Wissenschaftern, Firmenprofis, begeisterten Studierenden und jungen Gründern bildet sich ein Zentrum, das High-Tech-Investoren anzieht. Diese wechselseitige Stimulierung führt zu einem Umfeld, das Innovation und Expansion ermöglicht.“ Einen guten Einblick erhält man auch bei der Langen Nacht der Forschung am kommenden Freitag, 22. April.

Zur Sache:

Der Softwarepark Hagenberg ist ein Innovationstreiber für Österreich. Elf Forschungseinrichtungen, 24 Studiengänge und mehr als 70 Unternehmen bilden eine einzigartige Symbiose von Forschung, Lehre und Wirtschaft. In den Unternehmen selbst arbeiten mehr als 1000 Experten. An der Fachhochschule und den Universitätsinstituten studieren 1650 Personen.


Innovatives Prognose-Modell

Dank Software Competence Center Hagenberg sicherer in die Zukunft

HAGENBERG. Kürzlich wurden im Rahmen einer großen Preisverleihung im T-Center in Wien besonders wirtschaftliche, kundenfreundliche und innovative IT-Projekte aus Österreich in unterschiedlichen Kategorien ausgezeichnet. Eines davon ist im Softwarepark Hagenberg entstanden. In der Kategorie Verwaltung und E-Government wurde das Projekt INDYCO vom Software Competence Center Hagenberg (SCCH) prämiert. Mit diesem System werden Feuerwehren, Kommunen oder Einsatzleitstellen unterstützt. Dabei ermöglicht die Verknüpfung von Sensoren und Expertenwissen mit verschiedenen Analysen und Modellierungsmethoden Vorhersagen über lokale Situationen und Entwicklungen, wie zum Beispiel bei Muren oder auch Hochwasser. So ergibt sich beispielsweise für kleine Flüsse eine Vorwarnzeit vor Hochwassersituationen von zirka sechs Stunden. „Das Modell hat eine Genauigkeit von 95,21 Prozent und ist in der Lage, die meisten Wasserpegel korrekt vorherzusagen. Durch Expertenwissen über die Risiken und Zusammenhänge von lokalem Niederschlag, Vorbefeuchtung und Geologie kann ein Analysemodell zur permanenten Überwachung von möglichen Gefahren erstellt werden“, erklärt der INDYCO-Projektleiter, Bernhard Freudenthaler aus Neumarkt. Durch die Unterstützung von unterschiedlichen Abläufen in Katastrophenplänen durch ein Workflow-System sind Maßnahmen schnell gesetzt und kommuniziert.
Das System wurde mit elf Partnern entwickelt und ist weltweit einsetzbar.


Kommentar

Wichtig ist, was
getan werden muss

Der Softwarepark Hagenberg ist eine Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen in Österreich sucht! Und sie trägt einen Namen: Bruno Buchberger. Gemeinsam mit dem damaligen Bürgermeister Rudolf Fischerlehner stand er vor der Ruine des Schlosses und entwickelte große Pläne für die Nutzung.Viele zweifelten damals an der Finanzierbarkeit. Aber Bruno Buchberger blieb hartnäckig und hat in Hagenberg mehr als tausend Arbeitsplätze sowie Forschungs-und zukunftsweisende Studienmöglichkeiten geschaffen. Er dürfte es mit der Nobelpreisträgerin Marie Curie halten, die sagte: „Ich beschäftige mich nicht mit dem, was getan worden ist. Mich interessiert, was getan werden muss.“ In diesem Sinn: Viel Spaß mit dieser „ZukunftsRundschau, in der Sie viele solcher Visionäre finden werden!
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