Adlermord in den Auen
¶RABENSBURG. Dreist erschossen und in der Thaya entsorgt, so lautet die Todesursache für den vor wenigen Wochen flügge gewordenen Kaiseradler. Erst im Juli haben die Greifvogelexperten von BirdLife Österreich zwei Jungtiere beringt und mit einem Sender ausgestattet.
Mit Sender geortet
„Nachdem keine Senderbewegung mehr festzustellen war, hat sich unser Verdacht schnell erhärtet“, so Gábor Wichmann von BirdLife. Der bereits tote Jungvogel ist in einer Staude in der Thaya hängengeblieben und konnte dank des Senders geortet und geborgen werden. Die Analyse des Tierkadavers durch das Institut für Wildtierforschung und Ökologie bestätigte den Einschuss eines bleihaltigen Projektils.
Drei Brutpaare leben nach aufwändigen Artenschutzbemühungen wieder in dieser Region. Dennoch bleibt der Kaiseradler in Österreich vom Aussterben bedroht. Das dieses Jahr gestartete grenzüberschreitende EU-Projekt sollte den Greifvogelschutz mit Telemetrie zusätzlich absichern.
„Egal wer es war, das ist ein Kapitalverbrechen“, sagt Bezirksjägermeister Gottfried Klinghofer zum aktuellen Fall. „Offenbar wurde mit einer Schrotflinte geschossen und die kann sich jeder kaufen. Dass sich diese Vorfälle besonders im March-Thaya Gebiet häufen, wo Landwirte, Jäger und Naturschutz seit Jahren ausgezeichnet kooperieren, kann auch bedeuten, dass der Adler möglicher Weise über der Grenze getötet wurde“, erklärt Klinghofer weiter. Dass der Fall Parallelen zu einem ähnlich gelagerten Vorfall aus dem jahr 2007 aufweist, kommt nicht von ungefähr. Damals konnten einem Bernhardsthaler Jäger DNA-Spuren von gleich zwei Seeadlern in seinem Auto nachgewiesen werden. Mit dem Entzug der Jagdkarte und einer saftigen Geldstrafe verlor der Jäger auch seine Funktion als Hegeringleiter und als Jagdaufseher.
Ermittlungen aufgenommen
Im gegenstänlichen Fall wurde von WWF, Birdlife und der Jägerschaft Anzeige gegen Unbekannt eingebracht und Beweismaterial zur Verfügung gestellt. Derzeit untersucht die Polizeiinspektion Bernhardsthal den Fall.
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