26.07.2016, 10:04 Uhr

Die Spur der Drogen im Bezirk

Die Streetworker von "Goostav" arbeiten mit den jungen Leuten, die mit Problemen zu ihnen kommen, auf Vertrauensbasis. (Foto: privat)

Längst sind Drogen nicht nur ein Problem der Städte. Die Konsumenten werden immer jünger. Eine Spurensuche.

BEZIRK (up). In St. Pölten flog in der Vorwoche ein Dealer auf, der Zwölfjährige mit Drogen versorgt hatte. Längst haben Cannabiskraut, MDMA, Ecstasy und Co. auch die entlegensten Gebiete des Landes erreicht. Die Konsumenten sind teils Jugendliche.
Die Bezirksblätter haben bei Fahndern, Sozialarbeitern und Schuldirektoren nachgefragt, wie groß das Problem im Bezirk Gänserndorf ist.
"Nicht größer als in anderen Bezirken im Wiener Umland", sagt Kriminalpolizeichef Gerald Reichl. 150 Anzeigen registriert die Polizei im Bezirk Gänserndorf pro Jahr. Fünf Beamte gehören zur Suchtmittelgruppe. "Hätte ich zehn Mitarbeiter, hätten wir 300 Anzeigen", relativiert Reichl die geringe Zahl. Trotzdem - von einer Drogenszene könne man in keiner Gemeinde des Bezirks sprechen, wohl aber gebe es Einzeltäter. Die meisten Dealer kommen aus dem Wiener Raum, die Gänserndorfer Beamten arbeiten daher auch eng mit den Wiener Kollegen und der WEGA zusammen.
Die meisten Drogenkonsumenten, Dealer und Cannabisbauern werden durch Hinweise aus der Bevölkerung erwischt. "Den letzten Cannabisbauern haben wir mit einer Wildkamera eines Jägers ausfindig gemacht", erzählt Reichl. Plantagen, die zwischen den Maisfeldern entdeckt werden, erntet die Polizei ab - oder beobachtet sie, denn die Gärtner müssen regelmäßig zum Gießen kommen.
Harte Drogen sind eher die Ausnahme, Heroin, Kokain, Amphetamine und Chrystal Meth sind selten im Spiel. Cannabis ist auf Clubbings sehr beliebt. Aber auch ein Fall von Cannabis-Weihnachtskeks-Überdosis ist den Beamten noch in Erinnerung.
An den Schulen im Bezirk ist die Welt noch in Ordnung: "Wir haben noch keinen einzigen Fall gehabt", teilt Direktor Andreas Breitegger mit. Man veranstalte regelmäßig Suchtpräventions-Workshops.
In Groß-Enzersdorf, Gänserndorf, Deutsch-Wagram und Strasshof arbeitet man mit den Streetworkern von Goostav. Auch sie bestätigen, dass es keine geschlossene Gruppe, eine Drogenszene gebe. Die Streetworker leisten Aufklärungsarbeit und begleiten die jungen Leute. Und sie bestätigen: "Die jüngsten Drogenkonsumenten sind 13, 14 Jahre alt."
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