01.06.2016, 17:41 Uhr

Seeadler mit Satelliten-Signal

Die Seeadler wurden mit Sendern ausgestattet. (Foto: Baumgartner)
ORTH. Fünf junge Seeadler wurden Anfang Mai im Zuge des Schutzprogramms für den österreichischen Wappenvogel mit GPS-GSM-Dataloggern ausgestattet. Neben vier Jungvögeln in den Donau-Auen wurde auch in den Marchauen ein Jungvogel besendert. Bepackt mit dem kleinen Telemetrie-„Rucksack“, werden die – beinahe ausgewachsenen, aber noch flugunfähigen – Vögel in den nächsten Wochen ihre Horste verlassen. Sie sollen dann Daten für die erste heimische Telemetrie-Studie bereitstellen. „Mit Hilfe der Funksignale können wir feststellen, wo die Adler umherstreifen, rasten und überwintern und somit passende Maßnahmen für ihren Schutz entwickeln“, erklärt WWF-Projektleiter Christian Pichler. So können die Daten etwa bei der Planung von Windkraftanlagen helfen, um zu vermeiden, dass Seeadler zu Schaden kommen.

Zur Besenderung heben Kletterer die Nestlinge vorsichtig aus dem mächtigen Horst in luftiger Höhe und seilen sie ab. Am Boden wird ihnen dann der 30 Gramm leichte Sender auf den Rücken geschnallt. Anschließend werden sie vermessen und gewogen und danach wieder in den Horst gesetzt. Die Sender sind mit einer Sollbruchstelle versehen und lösen sich in etwa zwei bis drei Jahren wieder ab.

Wichtiger Partner im Forschungsprojekt ist der Nationalpark Donau-Auen. Hier brüten jährlich fünf Seeadler-Paare, eines davon in der Lobau. Stefan Schneeweihs, zuständig für dieses Artenschutzprojekt im Nationalpark, erklärt: „Durch diese Maßnahme gewinnen wir wichtige weitere Erkenntnisse über die Bedürfnisse und das Verhalten der Jungtiere. Diese helfen uns, Maßnahmen zu Gebietsberuhigung und Horstschutz noch besser abzustimmen. So wurde unter anderem festgestellt, dass sich die Jungadler oft noch einige Zeit in Horstnähe aufhalten, bevor sie ausgedehnte Flüge starten und sich neue Reviere suchen.“

Erwachsene Seeadler gehören zu den größten Greifvögeln Europas und beeindrucken mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,30 Metern. Die imposanten Adler stehen europaweit unter Artenschutz und sind in Österreich nach wie vor bedroht.

Der Seeadler ist Österreichs Wappenvogel und war ab den 1950er Jahren aus unseren Breiten verschwunden, bis er 2001 erstmals wieder in den March-Thaya-Auen in Niederösterreich erfolgreich Junge aufzog. Seither ist er in einige seiner angestammten Lebensräume zurückgekehrt. Insgesamt sind heute wieder um die 30 Brutpaare bei uns anzutreffen.
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