09.08.2016, 12:02 Uhr

Arbeitslosigkeit stieg über magische 4000er-Marke

Alfred Walbert ist der Leiter des AMS Gänserndorf. (Foto: Ederer)
BEZIRK. Ende Juli 2016 liegt die Arbeitslosigkeit im Bezirk Gänserndorf wieder über der „magischen“ 4000er- Marke. Mit 4.070 vorgemerkten Personen (+ 3,3%) hat sich der Anstieg der Arbeitslosigkeit immerhin verflacht. Im Vorjahr lagen die Steigerungsraten noch bei über 10%. Nach wie vor werden auch nicht mehr Menschen arbeitslos; gegenüber dem Vorjahr ist der Zugang in die Arbeitslosigkeit um 1% zurückgegangen. Die Treiber für die steigende Arbeitslosigkeit sind das hohe Arbeitskräftepotential (die Beschäftigung ist in Gänserndorf im Juni um +2,0% auf den Rekordwert von 42.203 Personen gestiegen). Und es dauert durchschnittlich länger, bis die Menschen, die den Job verloren haben, wieder zurück ins Berufsleben finden.

Länger als ein Jahr ohne Job

Die Langzeitarbeitslosigkeit (Arbeitslosigkeit länger als 1 Jahr) ist im Bezirk im ersten Halbjahr 2016 durchschnittlich auf 1.008 Personen gestiegen. Das sind um 75,6% mehr als im ersten Halbjahr 2015. Auch wenn diese Entwicklung nicht vollständig aufzuhalten ist - dem AMS Gänserndorf ist in der ersten Jahreshälfte 2016 die Reintegration von 167 langzeitarbeitslosen Personen in den Arbeitsmarkt gelungen, das sind um 94,2% mehr als noch in den ersten 6 Monaten des Vorjahres.
Schöne Erfolge sind heuer auch bei der Vermittlung von älteren Arbeitsuchenden gelungen.
 Im ersten Halbjahr 2016 konnten die Vermittlungserfolge um 3,3% gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres gesteigert werden. Insgesamt hat das AMS Gänserndorf in den ersten 6 Monaten über 2.800 Arbeitsuchende wieder in das Erwerbsleben integriert, um 1,5% mehr als vor einem Jahr.

Gute Ausbildung zählt


Für ältere Arbeitsuchende und Menschen ohne Ausbildung ist die Arbeitsmarktsituation nach wie vor schwierig. Es ist bemerkenswert, dass der Anteil der vorgemerkten Arbeitsuchenden, die nur einen Pflichtschulabschluss haben, beinahe schon 50% ausmacht. Das unterstreicht, dass auch bei einer wirtschaftlichen Erholung die Chancen auf einen Job ohne Qualifikation immer geringer werden.

Deutlich mehr offene Stellen

Erfreuliches zeigt sich am Stellenmarkt. Die Betriebe haben um fast 50% mehr offene Jobs gemeldet als vor einem Jahr. Auch die Vermittlungserfolge konnten gesteigert werden; das AMS hat im Juli um 10% mehr Stellen besetzt. Nach längerer Zeit werden auch wieder mehr offene Lehrstellen gemeldet. Trotzdem beträgt das Verhältnis Lehrstellensuchende zu offenen Lehrstellen noch immer 1:3. Die Lücke füllt das AMS mit überbetrieblichen Lehrausbildungen. Ca. 100 Jugendliche absolvieren zur Zeit auf diesem Weg eine Berufsausbildung.
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