15.03.2016, 15:00 Uhr

Achtung: Borkenkäferbäume müssen weg

Die Borkenkäferarten Buchdrucker und Kupferstecher richten enorme Schäden an. (Foto: archiv)

Das Aufarbeiten von Borkenkäferbäumen ist ein Gebot der Stunde – aus einem Baum können 1.000 befallene Bäume werden.

REGION. 2015 war das zweitwärmste Jahr der Messgeschichte seit 1768 – viele Tage mit extremer Hitze, extrem ausgeprägte Trockenperioden und insgesamt besonders hohes Niederschlagsdefizit.


Perfektes "Käfer-Wetter"

Nahezu perfekte Bedingungen für die Entwicklung des Borkenkäfers. Die wichtigsten und gefährlichsten heimischen Borkenkäferarten sind die beiden Fichtenborkenkäfer Buchdrucker (Ips typographus) und Kupferstecher (Pityogenes chalcographus). „Das Ausfliegen der Käfer muss, so gut es geht, vermieden werden. Wöchentliche Kontrollen im Wald und besonders im Umfeld von geräumten Befallsnestern sind jetzt besonders wichtig“, erklärt Rudolf Rosenstatter, Obmann des Waldverband Österreich.


Schnell aufarbeiten wichtig

„Die rechtzeitige Aufarbeitung und der rasche Abtransport von befallenem Fichtenholz aus dem Wald sind die wirksamsten und kostengünstigsten Vorsorgemaßnahmen, um weiteren Borkenkäferbefall zu vermeiden. Aus einem im Frühjahr übersehenen Käferbaum können bis zum Herbst an die 1.000 Käferbäume entstehen“, hebt der Obmann das Gefahrenpotential eines Käferbaumes und den damit verbundenen wirtschaftlichen Schaden für den Waldbesitzer hervor.


Herausforderung Klimawandel

Sowohl die Flugzeit als auch die Entwicklung der Käfer ist temperaturabhängig. Schwärmflug und Befallsaktivität beginnen im Frühjahr ab einer Temperatursumme ab 16,5 C° und trockener Witterung. Die Entwicklung vom Ei bis zum Käfer erfolgt bei 19 Grad Celsius in rund 50 Tagen. Bei Temperaturen um 24 C° verlassen die fertigen Käfer die Bäume bereits nach nur 35 Tagen. Durch die prognostizierten klimatischen Veränderungen verlängert sich der Zeitraum, in dem eine Entwicklung der Borkenkäfer möglich ist.
„Der Klimawandel kommt den Käfern zugute. Drei Jungkäfergenerationen und zwei Geschwisterbruten werden leider nicht mehr die Ausnahme bleiben. Besonders unter diesen Vorzeichen ist neben der Waldhygiene der Aufbau stabiler, artenreicher und klimafitter Mischbestände von größter Bedeutung. Auch in dieser Situation unterstützen die Waldverbände und die Waldhelfer vor Ort ihre Mitglieder“, betont Rosenstatter abschließend.
Nähere Informationen erhalten Wald- oder Baum-Besitzer bei: Yvonne Frühwald, NÖ Waldverband, Wiener Straße 64, A-3100 St. Pölten, Tel.: 05/0259 24000, waldverband@lk-noe.at, www.waldverband-noe.at.
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