04.04.2016, 09:51 Uhr

Armut ist mitten unter uns!

Runder Tisch im Pfarrheim der Burgstadt zum Thema "Teufelskreis Ausgrenzung und Armut".

HEIDENREICHSTEIN (mm). Kathrin Hartmann, Autorin des Buches "Wir müssen leider draußen bleiben", konnte nicht dabei sein. Im Buch rechnet sie unter anderem mit Spenden ab: diese manifestierten doch nur die Armut. Wie kommt es für einen "Armen" rüber, wenn er von dem lebt, was die "Reichen" wegwerfen?

Die Spirale dreht sich
Arbeitsplätze verschwänden, weil Großunternehmen zwecks Gewinnmaximierung "für kein Geld in Bangladesh Stofffetzen zusammenschustern". In Entwicklungsländern würden Mikrokredite vergeben, die fast die Hälfte der Nutzer nachher ärmer dastehen ließen, als sie vorher waren. Menschen mit Förderbedarf bekämen 75 Euro im Monat, müssten aber 100 Euro an die Behörde zahlen.
Gerade im Waldviertel ist Mobilität ein wichtiger Punkt. Wer nicht mobil sei, habe keine Chance auf dem Arbeitsmarkt. Nadine Fürnweger von der "Heidenreichsteiner Arche" sieht, dass immer mehr Jugendliche von Armut betroffen sind: "Wenn das Geld fehlt, kann man nichts anfangen und nicht mithalten, man zieht sich zurück. Ein Teufelskreis, in dem auch Frauen gefangen sind, die aus familiären Gründen zu Teilzeitbeschäftigten werden müssen."
Halbtagsjobs höhlen laut Erich Macho vom ÖGB Gmünd das System aus. Dazu Unternehmer, "die schon froh sind, wenn die Kühlschrankreparatur kein Problem darstellt". "Working poor" sei längst auch im Waldviertel angekommen. Dabei lägen die Lösungen für zahlreiche Probleme gar nicht so weit entfernt - und eben doch nahezu unerreichbar.

Zeichen der Zeit
Kennen Sie willhaben oder spock? Einhellig war man der Meinung daß die Idee dieser Plattformen zwar gut sei, aber die angebotenen Waren auch ein Indikator für die Armut seien. Es werde einfach alles zusammengekratzt was sich irgendwie zu Geld machen lasse. Babyschuhe zum Fast-Schon-Null-Preis seien nur ein Beispiel.

Armut weg - aber wie?
Roboter sollen Steuern zahlen! Diese Utopie würde die Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt ändern. Genauso wie "Superpensionen" anzutasten oder die Deckelung der Sozialabgaben zu beenden. Wichtiger wäre: anstatt Förderungen auszuschütten, sollte man Menschen die Möglichkeit geben, ihre Fähigkeiten zu entwickeln und der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. In diese Kerbe schlägt Karl Immervolls Projekt "Von Herzen gerne tätig sein". Hier sind Arbeitslose in Vereinen tätig, das AMS wertet dies als gleichwertigen Ersatz für Kurse. Neben einem Grundeinkommen bietet dies vor allem: neue Perspektiven.
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