21.06.2016, 11:57 Uhr

Die 7. Übergänge - Prechody nahen!

Das großartige Künstlerteam von Theater Klinika Lalek aus Polen ist heuer im Rahmen des Kulturfestivals mit dem größten Puppenzirkus der Welt, live zu erleben. (Foto: privat)
GMÜND. Es ist wieder soweit: Bereits zum 7. Mal verzaubert das Internationale Kulturfest ÜBERGÄNGE – PŘECHODY sein Publikum, verbindet Menschen an der Nahtstelle zwischen Ost- und Westeuropa, macht zwei Grenzstädte vier Tage lang zu einem gemeinsamen Festplatz.
Künstlerinnen und Künstler aus 10 Nationen laden zu 14 Konzerten, 12 Theatervorführungen, mehreren Lesungen, Filmen, Ausstellungen, Performances, Visuals und Exkursionen ein. Das Publikum erlebt „einen der interessantesten Plätze Europas“ an 10 Spielorten, vom romantischen Schlosspark, dem klassizistischen Palmenhaus, der Kastanienallee, dem Amphitheater in der Wohnsiedlung, der leerstehenden Fabrik, dem neuen Kulturzentrum FENIX, dem Marktplatz vor den Renaissancehäusern,… bis zum Restaurant im Bahnhof, wo sich einst Milena Jesenska und Franz Kafka getroffen haben.


30.000 BesucherInnne bisher

Gut 30.000 Menschen konnten bisher das internationale Kulturfest ÜBERGÄNGE ‑ PŘECHODY erleben das mit vielen Preisen ausgezeichnet wurde und seit dem Jahr 2004 vom Geheimtipp zu einem der außergewöhnlichsten grenzüberschreitenden Kulturfeste Europas geworden ist.
Heuer startet das Kulturfest am 21. Juli mit einem Fest in der Wohnsiedlung in České Velenice, wo auch die erste Fahrt des O‐Busses nach 100 Jahren startet. Auf die anschließende Eröffnung im Palmenhaus Gmünd folgt das Feuertheater der Gruppe KVELB im Park. Insgesamt kann das Publikum bis Sonntag rund 40 Programmpunkte an vier Tagen erleben. 2016 ist das Kulturfest erstmals auch Zentrum der EUROPAREGION DONAU MOLDAU, einer zukunftsweisenden Kooperation von Regionen aus Deutschland, Österreich und Tschechien. Diese sieben Regionen werden sich am internationalen Kulturfest künstlerisch und kulinarisch als Kulturregion im Herzen Europas präsentieren.
ÜBERGÄNGE – PŘECHODY beweist in seiner siebten Auflage, dass Kunst und Kultur
Grenzen überwinden, Menschen verbinden und historische Nahtstellen verheilen kann.


ÜBERGÄNGE – PŘECHODY benötigt kein Motto, es ist selbst Thema.

Kaum dass die Feiern zu 25 Jahre Fall des Eisernen Vorhangs vorbei sind, werden in
Europa wieder Grenzzäune errichtet. In wenigen Monaten kommen derzeit mehr
Menschen bei dem Versuch Europas Grenzen zu überwinden ums Leben als während der drei Jahrzehnte Berliner Mauer und militärisch bewachtem Eisernen Vorhang. So ist es unvermeidlich sich heuer wieder verstärkt dem Thema Grenze zu widmen und „Übergänge“ in den Mittelpunkt zu stellen. KünstlerInnen setzen sich in verschiedensten Formen mit dem Thema „grenzwärtig“ auseinander.


HIGHLIGHTS DES HEURIGEN FESTIVALS


MUSIK: GITANCOEUR – Harri Stojka (A)

Harri Stojka ist nicht nur ein Meister der Gitarre, sondern auch einer ganzen Reihe musikalischer Genres. Mit „GITANCOEUR“ kehrt er zu seinen Wurzeln zurück. Einer der ganz großen Gitarristen der Gegenwart auf der Bühne im beleuchteten Schlosspark Gmünd.

THEATER: Klinika Lalek (PL)

Das großartige Künstlerteam von Theater Klinika Lalek (=Puppen Klinik) aus Polen ist heuer im Rahmen des Kulturfestivals ÜBERGÄNGE PŘECHODY mit dem größten Puppenzirkus der Welt, live zu erleben.

BILDENDE KUNST: KünstlerInnen von Österreich bis Syrien

Bereits 2011 wagte die Künstlerin Brigitte Temper‐ Samhaber mit – under your skin – den Blick unter die Haut der Europäischen Union und entdeckte dort Erschreckendes.… 2016 lädt sie internationale KünstlerInnen aus Österreich, Syrien und dem Irak zur Auseinandersetzung mit dem Thema „GRENZWÄRTIG“.

MULTIMEDIA: Visuals, DJ line,Medienkunst

Der romantische Schlosspark in Gmünd wird in den Nachtstunden zum Freilufttheater, Konzertraum unter freiem Himmel und zur Open Air Disko. Eine
70m² große Wand aus Wasser ragt aus dem Schlossteich und wird zur Projektionsfläche – DJs und VJs sorgen für ein einzigartiges Klang‐ und
Lichtspektakel.

120 KünstlerInnen an 10 Schauplätzen – 40 Programmpunkte an 4 Tagen

ÜBERGÄNGE – PŘECHODY hat heuer zusätzliche „Spielplätze“ erobert. So wird erstmals das historische Bahnhofscafé in České Velenice bespielt, also jener Platz wo einander Franz Kafka und Milena Jesenska trafen. Auch die leerstehende Industrietischlerei „bobbin“ wird heuer erstmals für Ausstellungen geöffnet. Exkursionen führen durch den Stadtteil, der aus einem Flüchtlingslager entstanden ist, und mit dem Fahrrad kann man an einem Nachmittag von Gmünd aus nach London, New York und Paris (es handelt sich dabei um kleine tschechische Dörfer mit einer besonderen Geschichte) und dann wieder retour reisen.
Im Schlosspark Gmünd finden Konzerte statt, auf einer riesigen senkrechten Wasserwand werden in den Abendstunden Visuals gezeigt, der Park beleuchtet, „chill out zonen“ und Sportmöglichkeiten am Tag machen den historischen Grünraum zum „Central Park“.
Das Palmenhaus Gmünd wird vier Tage lang zum „Café de Central“, ‐ zum Kaffehaus zwischen Wien und Prag, mit Musik, Tageszeitungen, Schachspiel, Bücherei und Literatur von Altenberg bis Zweig.
Am Samstag wird am Hauptplatz Gmünd internationaler Marktag gehalten mit Produkten aus dem Waldviertel, Niederbayern, Oberpfalz, Südböhmen, Pilsen, Vysočina, Vietnam, Türkei, Afghanistan, dem Irak und aus Syrien.
Im neuen Kulturzentrum FENIX in České Velenice und im Kino Gmünd werden Filme zum Thema „wegmüssen – ankommen“ gezeigt, im Amphitheater im Wohnviertel gleich dahinter, ist tschechische und österreichische Rockmusik zu erleben.
Ein Shuttelbus im ½ Stunden Takt verbindet die Spielplätze und einzelnen Stadtteile.
Gegen eine kleine Spende erhält man einen „ÜBERGÄNGE PŘECHODY Button“ mit dem alle Angebote, inkl. Busfahrten, kostenlos genutzt werden können!


Einer der spannendsten Plätze Europas…

„Die beiden Städte Gmünd und České Velenice stellen einen der spannendsten Plätze Europas dar. Kaum anderswo ist die wechselvolle Geschichte des vorigen Jahrhunderts so sichtbar, sind Verbindendes und Trennendes so spürbar, wie hier am Berührungspunkt von Ost‐ und Westeuropa“, sind Festivalleiter Thomas Samhaber und Brigitte Temper‐Samhaber von ÜBERGÄNGE – PŘECHODY überzeugt.
Gmünd: als mittelalterliches Grenzstädtchen an der Mündung von Lainsitz/Lužnice und Braunau gegründet, in der Renaissancezeit zu bürgerlichem Wohlstand gekommen, erlangte im 19. Jh. durch die Eisenbahn und die bedeutende Eisenbahnwerkstätte überregionaler Bedeutung. Aus einem Flüchtlings‐ und
Kriegsgefangenenlager mit bis zu 30.000 untergebrachten Menschen entwickelte sich nach dem 1. Weltkrieg ein eigener Stadtteil (Gmünd II). Nach den Friedensverhandlungen wurde die Grenze der Kronländer Böhmen bei Gmünd so definiert, dass der Bahnhof in Tschechien zu liegen kam. Nach dem Anschluss an das Deutsche Reich und der Annexion der tschechischen Grenzgebiete wurden die Gmünder Nachbargemeinden auf vormals tschechischem Gebiet zu Gmünd III, ein heute bei der älteren Bevölkerung noch vielfach verwendeter Ausdruck für die Nachbarstadt České Velenice, die in der Phase der Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung 1945/46 fast vollständig entsiedelt wurde. Der Nationalismus hat in das Gebiet mit hoher Zweisprachigkeit eine unbarmherzige Sprachgrenze gezogen.
Heute lebt die tschechische und österreichische Bevölkerung in unmittelbarer Nachbarschaft, vor allem der Einkauf verbindet, aber auch die Schule, Wirtschaft, Feuerwehr und allen voran die Kultur hat ÜBERGÄNGE gefunden...
www.prechody.eu
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