28.04.2016, 08:00 Uhr

Jugendherberge Nagelberg: Paten für acht Flüchtlinge gesucht

Suchen Paten und Wohnmöglichkeiten: Rohullah, Omid, Madi, Liagat; hockend: Rahman, Ajmal, Abdullah. (Foto: privat)

Mit dem 18. Geburtstag müssen acht junge Afghanen aus der Herberge in Neu-Nagelberg ausziehen.

BRAND-NAGELBERG. Vergangenen Oktober wurden 24 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus Afghanistan in der Jugendherberge in Neu-Nagelberg untergebracht.
"Sechs von ihnen müssen bis Ende Mai und zwei mit Anfang Juni ihre Unterkunft wieder verlassen, da sie volljährig werden. Sie haben in der Zwischenzeit Deutsch gelernt. Um die österreichischen Gepflogenheiten zu verinnerlichen, ist ein halbes Jahr aber zu wenig. Das Asylverfahren läuft, aber es kann Jahre dauern, bis sie wissen, ob sie bleiben können. Für diese Zeit der Ungewissheit suchen sie Menschen, die sich Zeit nehmen und Quartiere, in denen sie bleiben können", erläutert der Pädagoge Reinhold Klauner, Leiter des kidsnest Neu-Nagelberg, die schwierige Si-#+tuation der jungen, erwachsenen Afghanen.
"Die Flüchtlinge kamen mit einem Bus aus Traiskirchen und alles war fremd und machte vielen von ihnen Angst.

Wohnraum & Paten gesucht

Angst gibt es auch auf Seiten der Waldviertlerlnnen. Oft auch besonders bei Menschen, die noch nie Kontakt mit Flüchtlingen hatten. Die Neu-Nagelberger Bewohnerlnnen kommen gut mit den Burschen zurecht und konnten viele Berührungsängste durch direkten Kontakt bereits abbauen", berichtet Klauner aus seinen Erfahrungen.
Unbegleitete Minderjährige seien die Schwächsten unter den Flüchtlingen.

Weiter Deutsch lernen

"Sie suchen nun Gastfamilien, die sie unterstützen. Die jungen Männer erhoffen sich in Österreich Sicherheit, aber auch Bildung und Zukunft. Paten, die sich Zeit nehmen und Verständnis für sie haben, werden gesucht. Paten, die mit ihnen Freizeit verbringen wollen, die ihnen Vereinsarbeit in Öster-#+reich näherbringen. Paten, mit denen sie afghanisch oder österreichisch kochen, die mit ihnen Deutsch lernen oder auch bei notwendigen Behördengängen dabei sind.
So kann langfristig eine Beziehung entstehen, die den Jugendlichen hilft und das Leben der Helfenden bereichert. Eine andere Art zu denken oder eine fremde Kultur müssen keine Angst machen", ruft Reinhold Klauner zur Mithilfe aus der Bevölkerung auf.
Nicht nur junge Flüchtlinge sondern auch Erwachsene bräuchten Unterstützung, besonders punkto Wohnraum. Klauner abschließend: "Wenn Sie leerstehende lmmobilien haben, setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung, damit wir eine gemeinsame Lösung mit den Jugendlichen erarbeiten können." Jene Leserlnnen, die sich für eine Patenschaft interessieren, erhalten gerne weitere Informationen bei Reinhold Klauner, Tel. 0664/ 88540316.
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