25.05.2016, 12:00 Uhr

Vorwurf: Gemeinde mäht nicht

Hedwig Weinstabl aus Eisgarn ist verärgert über das ungemähte Gras vor ihrem Gartenzaun.

75-Jährige kann Gemeindegrundstück nicht mehr betreuen, Bgm. Schalko beruhigt: "Wir mähen bald!"

EISGARN. Die 75-jährige Hedwig Weinstabl aus Eisgarn ist verärgert. Ihr Grant gilt der Gemeinde Eisgarn, die einen etwa zwei Meter breiten Grünstreifen vor ihrem Gartenzaun nicht mäht, obwohl es Gemeindegrund ist.
"Das regt mich fuchtbar auf, wie schaut denn das aus, so ungepflegt? Früher hab ich das Gras noch mitgemäht, aber das schaffe ich nicht mehr. Ich habe zwei neue Kniegelenke und werde nicht jünger", klagt die Pensionistin, die selbst einen sehr großen Garten zu betreuen hat. dieser ist nach wie vor liebevoll gepflegt.
Sie habe im vergangenen Jahr mehrfach bei der Gemeinde angerufen und daran erinnert, dass das Gras gemäht werden solle, aber erst im Herbst habe man ihrem Wunsch nach gegeben. Ihre Nachbarn zu beiden Seiten des Hauses, das an der Einfahrtsstraße, der B 30 aus Richtung Heidenreichstein steht, würden die Gemeindeflächen nach wie vor mähen, obwohl es Gemeindegrund ist. Sie könne das aus körperlichen Gründen nicht mehr länger tun.
"Als Begründung, warum die Gemeinde diese Grünstreifen nicht mäht, habe ich erhalten, dass keine Zeit dafür sei. Die Gemeindearbeiter machen jeden Tag eine Stunde Mittagspause. Ich musste, als ich noch zur Arbeit in die Schrack gegangen bin, meine Mittagspause einarbeiten", ist Hedwig Weinstabl über die aus ihrer Sicht 'Zeitverschwendung' der Gemeindemitarbeiter erbost.
Bürgermeister Günter Schalko nimmt im BB-Gespräch zum Ärgernis seiner Gemeindebürgerin Stellung: " Es stimmt, es ist Gemeindegrund, den Frau Weinstabl vor ihrem Haus lange Zeit dankenswerterweise selbst gemäht hat. Wir hatten im Vorjahr auch bereits ein diesbezügliches Gespräch. Ich habe ihr dabei auch gesagt, dass die Gemeinde künftig mähen wird, aber auch, dass es in dem ein oder zweiwöchigen Rhythmus, wie sie es gemacht hat, nicht gehen wird." Das übersteige die Kapazitäten der Gemeinde, abgesehen davon könne man dort mit dem Aufsitz-Mäher nicht mähen, da der Streifen zu steil sei und die Gefahr bestehe, dass der Rasenmähertraktor umfallen könnte, daher müsse dort händisch gemäht werden.
"Wir hatten vergangene Woche den Gräder hier für wichtige Arbeiten, die erledigt werden mussten, daher sind wir mit dem Mähen etwas im Verzug", gibt Schalko zu, und weiter: "Es ist sicher eine unbefriedigende Situation für die Frau Weinstabl im Vergleich zu dem, wie sie es früher gewohnt war. Diesen schön gepflegten Zustand kann ich nicht weiter garantieren, aber gemäht wird in mehrwöchigem Abstand werden." Dass die Gemeinde-Mitarbeiter auch eine Pause brauchen, sei einerseits ihr gutes Recht und außerdem notwendig. Immerhin beginne ihr Tagwerk im Sommer schon um sechs Uhr früh, so Schalko abschließend.
Inzwischen ist der Grünstreifen übrigens gemäht, wie Bgm. Schalko mitteilte.
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