05.07.2016, 11:37 Uhr

Bezirk Gmünd: Arbeitslosigkeit um 3,9 Prozent gestiegen

Unternehmen im Bezirk Gmünd haben im abgelaufenen Monat deutlich mehr offene Stellen gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres gemeldet. (Foto: Symbolfoto/Alfred Hofer)

Trotzdem herrscht im Bezirk Gmünd ein hohes Beschäftigungsniveau.

GMÜND. Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen zur Jahresmitte zeigen auch für den abgelaufenen Monat einen weiterhin starken Anstieg des Arbeitskräfteangebots, wobei sowohl die unselbständige Beschäftigung stetig als auch die Arbeitslosigkeit – etwas flacher – gegenüber dem Vorjahr ansteigen.

Viele Faktoren erhöhen Arbeitslosigkeit

„Nach wie vor ist es die Zunahme des Arbeitskräfteangebots – bedingt vor allem durch den späteren Zugang in Alterspension, der steigenden Erwerbsbeteiligung von Frauen und den Personen, die aus dem Ausland zuwandern – die trotz moderater Konjunkturbelebung zum Anstieg der Arbeitslosigkeit führt“, analysiert AMS Chef Gerhard Ableidinger die aktuelle Arbeitsmarktlage. Auch der Stellenmarkt hat in den letzten Monaten stark an Dynamik zugenommen. „So haben die Unternehmen im Bezirk Gmünd im abgelaufenen Monat deutlich mehr offene Stellen gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres gemeldet, was auch auf eine sich günstig entwickelnde Wirtschaftslage schließen lässt“, so Gerhard Ableidinger.
Trotzdem bleibt die Anspannung auf dem Arbeitsmarkt im Bezirk Gmünd auch zur Jahresmitte groß. Ende Juni 2016 waren beim Arbeitsmarktservice Gmünd insgesamt 1.479 Personen arbeitslos vorgemerkt, um 23 (od. 1,5 Prozent) weniger als im Vormonat aber um 56 (od. 3,9 Prozent) mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres.

Wirtschaftswachstum zu schwach

„Das Wirtschaftswachstum reicht nicht aus, um auch benachteiligten Gruppen den (Wieder)einstieg in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen. So hat sich im Laufe des Jahres ein Potenzial an Arbeitslosen aufgebaut, das immer schwerer auf geeignete Arbeitsplätze gebracht werden kann. Besonders betroffen sind weiterhin Ältere, gering Qualifizierte und Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen. Die Betroffenheit von Arbeitslosigkeit ist gegenüber dem Vergleichszeitpunkt des Vorjahres bei den Frauen (+6,5 Prozent) deutlich höher als bei den Männern (+1,4 Prozent). Erfreulich zu berichten ist, dass die Jugendarbeitslosigkeit innerhalb eines Jahres um 8,0 Prozent deutlich reduziert werden konnte.
Die in diesem Indikator nicht enthaltene Zahl der Arbeitslosen in Schulungen des AMS ist im Vergleich zum Vorjahr um 18 (oder 11,9 Prozent) auf insgesamt 169 gestiegen. Somit waren Ende Juni 2016 in Summe 1.648 Personen beim AMS Gmünd vorgemerkt.


9,5 Prozent Arbeitslosenquote

Von den insgesamt 1.479 Vorgemerkten haben 64, also knapp über vier Prozent, wieder eine konkrete Einstellungszusage für die kommenden Monate. „In absoluten Zahlen stieg die Arbeitslosigkeit am stärksten in den Handels- (+16 oder 10,5 Prozent) sowie Reinigungs- (+16 oder 28,6 Prozent)“, berichtet der Geschäftsstellenleiter des AMS Gmünd, Gerhard Ableidinger. Ein erwähnenswerter Rückgang war in den Metall/Elektroberufen (-28 oder -20,3 Prozent) zu verzeichnen.
Die geschätzte Arbeitslosenquote liegt in Gmünd mit 9,5 Prozent deutlich über dem NÖ-Durchschnitt von 8,1 Prozent.
Im vergangenen Monat wurden im Bezirk Gmünd 229 Jobsuchende neu arbeitslos, um 3 oder 1,3 Prozent mehr als im Juni 2015. In 276 Fällen (+7 oder +2,6 Prozent) konnte die Vormerkung wiederum beendet werden. Davon konnten 126 Personen mit direkter oder indirekter Unterstützung des AMS wieder eine Beschäftigung aufnehmen, 42 sind in eine Schulung eingetreten und 108 sind aus anderen Gründen (Pension, Krankenstand, Meldeversäumnis, Auslandsaufenthalt, Wochenhilfe, etc.) aus der Vormerkung ausgeschieden.


Stellenangebot über dem Niveau des Vorjahres

Mit Ende Juni waren 89 offene Stellen (davon 43 sofort verfügbar) beim AMS Gmünd gemeldet, im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies ein Plus von 18 Stellen (oder 25,4 Prozent). Im abgelaufenen Monat wurden 71 Stellen vom AMS Gmünd geworben und gleichzeitig 112 Stellen mit geeigneten Arbeitskräften besetzt. Die Dauer bis der Besetzung der gemeldeten Stelle betrug im Durchschnitt nur 17 Tage.


AMS On Tour-Kampagne brachte zusätzliche freie Stellen im Bezirk

Nun liegen die Ergebnisse der AMS On Tour-Kampagne im Zeitraum vom 18. April bis 20. Mai vor. Die MitarbeiterInnen und Führungskräfte des AMS Gmünd haben 44 Betriebe im Bezirk besucht und 88 neue Stellen geworben. „Die AMS On Tour Kampagne ist immer ein Höhepunkt in der Zusammenarbeit mit den Betrieben. Neben den verstärkten Betriebsbesuchen gibt es auch mediale Werbeunterstützung in diesem Zeitraum. Erfreulich ist, dass wir wieder zusätzliche Stellen akquirieren und so das regionale Stellenangebot für unsere arbeitslosen KundInnen vergrößern konnten“, freut sich Geschäftsstellenleiter Ableidinger.


Frauen: Hochwertige Qualifizierung und Hilfe beim Wiedereinstieg nach der Babypause

Mit Blickrichtung Wiedereinstieg nach der Babypause verweist das AMS NÖ auf interessante Angebote für Frauen, die das ganze Jahr hindurch in Anspruch genommen werden können. In Zeiten hohen Konkurrenzdrucks am Arbeitsmarkt laufen vor allem Frauen, die familiär bedingt eine Erwerbspause einlegen mussten, oder nur eine geringe Ausbildung vorweisen können, Gefahr, langzeitarbeitslos zu werden. Das AMS NÖ steuert hier mit hochwertigen und maßgeschneiderten Qualifizierungs- und Unterstützungsangeboten gegen. Unter anderem mit dem Programm „Handwerk und Technik“ (FiT), Facharbeiterinnen-Intensivausbildungen in den Ausbildungszentren Sigmundsherberg, Zistersdorf, Wiener Neustadt und im Technikcenter in St. Pölten sowie mit einem regional abrufbaren umfangreichen Schulungsangebot. Für Frauen mit verschiedensten Problemstellungen wurde in Niederösterreich in den Frauenberufszentren ein fast flächendeckendes Netz mit maßgeschneiderten Angeboten eingerichtet.
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