25.05.2016, 05:00 Uhr

Achtloser Handel mit Katzen

Auch für Katzen, die in bäuerlicher Haltung leben, ist die neue Verordnung nun Pflicht. (Foto: Flickr/Kanako .A)

Seit 1. April gilt die neue Kastrationspflicht für Katzen nun. Was die Verordnung bringt, wird sich erst zeigen.

Seit gut eineinhalb Monaten gilt die erweiterte Kastrationspflicht-Verordnung für Katzen in bäuerlicher Haltung nun. Ausgerechnet jetzt boomen in sozialen Netzwerken sowie auf Tausch- und Verkaufsbörsen Angebot und Nachfrage an Babykatzen.

Fahrlässiger Handel

Gerade Online-Kaufbörsen locken Uninformierte zu Spontankäufen, die ohne fachliche Beratung vonstattengehen, während Tierheime schon lange vor der Herausforderung stehen, ungewollten Katzen ein Zuhause zu bieten. Denn Katzenbesitzer wissen oft nicht, was sie mit unerwartetem Nachwuchs machen sollen. Tierschutzorganisationen und Tierheime begrüßen daher die Kastrationspflicht, denn sie dient dem Schutz vor unkontrollierter Vermehrung der vierbeinigen Freigänger. "Zahlreiche Katzenjunge landen in einem Tierheim oder werden getötet", heißt es vonseiten der zuständigen Ministerin Sabine Oberhauser. Um den fahrlässigen Handel mit den Tieren zum Stillstand zu bringen, und im Sinne des Tierschutzes, sieht die neue Regelung eine hohe Geldstrafe bei Nichteinhaltung vor.

Zukunft der Bauerskatzen

Tierärztin Anita Sykes-Kriechbaum von der Tierarztpraxis Judendorf-Straßengel bezeichnet die momentane Situation als schwierig. Es sei noch zu früh, um überhaupt abschätzen zu können, was das für das beliebte Haustier bedeuten kann. "Ein enormer Ansturm an Menschen, die ihre Katzen nun kastrieren lassen, ist nicht spürbar. Manche kommen in Wirklichkeit nicht aus eigener Überzeugung zu uns." Aber auch sie sieht in der Kastrationspflicht Vorteile für den Tierschutz: "Auf Bauernhöfen sind phasenweise rasante Vermehrungen zu spüren. Die Kastrationspflicht geht in weiterer Folge aber auch gegen Inzucht und Krankheiten vor", sagt Sykes-Kriechbaum. Als Problem sieht die Tierärztin Bauernhofkatzen nicht. "Einige Bauern haben ihre Lieblingskatzen, um die sie sich sehr gut kümmern." Die Zukunft jener Katzen, die den Bauern die Mäuse fernhalten, ist aber ungewiss.
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