06.07.2016, 07:00 Uhr

Herausforderungen und Unterstützung für Ehrenamtliche

(Foto: DPA/Ole Spata)
Wer freiwillig Flüchtlingshilfe leistet, tut es aus Überzeugung und gerne, kann aber angesichts des Aufwandes an seine Grenzen kommen. Günter Lesny, GU-Bezirkssprecher der Grünen, weiß, dass ohne das Ehrenamt in den Gemeinden wenig funktionieren würde.

Was sich tut

"In vielen Fällen mussten die Bürgermeister erst mal überzeugt werden, dass hier überhaupt Handlungsbedarf besteht", sagt Lesny. In Thal, Kumberg, St. Radegund, Weinitzen, Gratwein und Eggersdorf würden Unterstützungsinitiativen und Projekte aber gut anlaufen. In vielen Gemeinden gibt es sogar schon Integrationsbeauftragte, die den Ehrenamtlichen ordentlich unter die Arme greifen.

Fehlende Anerkennung

Die vielen freiwilligen Flüchtlingshelfer seien für Lesny ein Zeichen, "dass es den Bürgern nicht egal ist, was in ihrem Umfeld geschieht, dass sie sogar sehr interessiert sind, intensiv und persönlich" ihren Beitrag zu leisten. Dort, wo die inhaltliche Sinnhaftigkeit der Flüchtlingshilfe erkannt wird, zeigen sich immer mehr daran interessiert, aktiv ein Ehrenamt auszuführen. "Leider erkennen das viele Gemeinderäte nicht, offenbar wird ziviles Engagement vielfach auch als Störung gesehen", meint er und fügt hinzu, dass bei Freiwilligen Grenzen erreicht werden, sobald sie bemerken, dass ihr Einsatz ins Leere läuft. Diejenigen, die Flüchtlingen helfen, stünden symbolisch für all jene, die sich diesen Herausforderung zu stellen haben. "Und spätestens da kommt jetzt wieder die Verantwortung der Gemeinden, der Politik ins Spiel." Jetzt gelte es, die Freiwilligen zu unterstützen, "mit persönlicher Wertschätzung, Projektkostenübernahme, Organisation professioneller Hilfen, Vernetzungsarbeit". Auch seine Hilfsbereitschaft wurde nicht immer gut aufgenommen: "Ich bin ziemlich kritisiert worden, weil ichmögliche Quartiergeber in St. Radegund abgeklappert und die Flüchtlingsarbeit in der Gemeindezeitung thematisiert habe."



Flüchtlingshelfer aus Graz-Umgebung sprechen über die Hürden der Hilfsbereitschaft: Das Interview "Flüchtlingshilfe zwischen Lernprozessen und Hasspostings" können Sie hier lesen.
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